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Thema: Bastelprojekt Tennisplatzbelegung

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von michel_vaclav
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    Bastelprojekt Tennisplatzbelegung

    Hallo zusammen,

    ich möchte für unseren Sportverein mit zwei Tennisplätzen eine Möglichkeit schaffen, die beiden Plätze elektronisch buchen zu können. Dazu starte ich hier mal einen Thread und schreibe meine Ideen nieder und bitte alle Interessierten um Kommentare, Anregungen, Verbesserungsvorschläge. Vielleicht möchte ja der eine oder andere später in der Realisierungsphase mithelfen, sofern es soweit kommt.

    Vorhanden ist bereits ein Raspberry Pi 2. Bestellt ist ein 13.3" Touch-Display.

    Das erste Problem, welches zur prinzipiellen Hürde werden könnte: Die Tennishütte (Holzhäuschen) ist ca. 100m entfernt vom eigentlichen Vereinsheim mit Internetanschluss. Dieser Anschluss ist aber vermutlich essentiell, wenn online gebucht werden soll und die Buchung auch am Tennishäuschen angezeigt werden soll. Dazu später mehr Ideen.

    Grundsätzlich ist die Anforderung, zum Einen via Internet eine Zeitslot auf einem der Plätze buchen zu können. Dafür ist die Vereinshomepage im Prinzip in der Lage: dort könnte beispielsweise ein Google-Kalender (oder zwei, einer für jeden Platz?) hinterlegt werden. Darüber könnten dann Einträge erfolgen.
    Zum Anderen aber gibt es genug Leute, die spontan aufs Tennisgelände kommen und sich dort analog eintragen wollen, zumindest aber nicht mit einem Smartphone. Daher möchte ich dort den Raspi mit Touchscreen installieren, der zum Einen Buchungen ermöglicht, aber auch die Platzbelegungen darstellt.

    Fragestellung Internet:
    • Eine Option wäre, die 100m zum Vereinsheim aufzugraben und ein LAN-Kabel zu verlegen. Das ist extrem aufwändig, es benötigt bestimmt 150m, weil die Leitung dann um einen Platz herum gelegt werden müsste. Zusätzlich müsste auch im gemauerten Vereinsheim die Leitung bis zum Router verlegt werden, dort existieren keine Leerrohre.
    • Eine zweite Option: Mit einem WLAN-Repeater das Signal am Vereinsheim nochmals verstärken und den Raspi per WLAN ans Netz bringen. Vom Repeater zum Raspi wäre es eine Sichtverbindung, ob die 100m damit gehen ist fraglich.
    • Den Raspi sonst irgendwie ins Internet bringen?
    • Der Raspi 2 hat kein WLAN. Das könnte man per WLAN-Stick nachrüsten oder man ersetzt den Raspi später durch einen der Generation 3 oder 4. Die Leistung des vorhanden dürfte aber locker ausreichen.
      ==> gelöst via Powerline.



    Fragestellung Kalender:
    • Ist Google-Calendar hierfür geeignet oder gibt es was Sinnvolleres?
    • Wichtig wäre, dass einmal gemachte Einträge nicht von jedem gelöscht werden dürfen. Sonst will jemand um 18:00 Uhr spielen und löscht einfach denjenigen raus, der schon eingetragen ist. Der Admin soll natürlich löschen können.
    • Denkbar wäre, dass jeder seinen Eintrag mit einem Passwort schützt, mit dem selbiger dann auch einen Eintrag löschen könnte. Keine Ahnung bisher, mit was so was möglich wäre. Die Zahl der Spieler ist kleiner 50, somit wäre auch eine zentrale Passwortvergabe von Hand realisierbar. Aber es sollen auch Gäste ohne vorherige Registrierung sich über den Touchscreen (nicht übers Internet) eintragen können.
    • Ebenfalls wichtig wäre, dass Termine in der Vergangenheit von niemandem außer dem Admin rausgelöscht werden dürfen. Es ist angedacht, evtl. eine Benutzungsgebühr zu verlangen. Dann wäre es natürlich ideal, die Kalendereinträge verwenden zu können.


    Fragestellung Betriebssystem bzw. Oberfläche auf dem Touchscreen:
    • Idealerweise sollten dort nur die beiden Kalender angezeigt werden. Kiosk-Modus?
    • Ein Admin-Modus sollte möglich sein. Ich muss ja mindestens vor Ort die Möglichkeit haben, ans Betriebssystem ranzukommen.
    • Mit Internetanschluss wäre dann ein SSH-Zugang realisierbar und für die Admins nutzbar.
    • Für die Darstellung wäre meine erste Idee ein Webserver lokal auf dem Raspi, der Browser stellt dann die eine Seite mit den beiden Kalendern dar.
    • Die meiste Erfahrung habe ich mit openSUSE als Betriebssystem. Meine Raspis hier zuhause laufen alle mit Raspian, vermutlich wäre letzteres dann auch das OS der Wahl für dieses Projekt. Oder gibt es gerade für den Kiosk-Modus was Besseres?


    Was gibt es sonst zu bedenken?
    Was habt ihr für Ideen hierfür?

    Ich würde mich freuen, wenn ich mit Eurer Unterstützung dieses Projekt umsetzen könnte. Zeithorizont: Dieses Jahr realisieren, testen und verbessern, für die nächste Saison dann installieren und scharf schalten.
    Und kosten sollte das Ganze natürlich nichts. Die Hardware würde ich evtl. spenden, wenn der Verein dafür kein Geld hat (was ich aber nicht glaube). Und falls es nichts wird, habe ich anderweitig Verwendung für die Gerätschaften.

    Viele Grüße

    michel_vaclav
    Geändert von michel_vaclav (03.05.20 um 10:47 Uhr)
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  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von michel_vaclav
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    Ich berichte hier in diesem Beitrag nach Datum die Fortschritte.

    02.05.2020:
    Erste Baustelle ist genommen! Nachdem das Touch-Display noch nicht da ist, habe ich mal begonnen, den Raspi aufzusetzen. Aufgespielt ist Raspian Buster vom 13.02.2020, natürlich vollständig mit allen Updates.
    Nun galt es, den Browser im Kiosk-Modus zu starten. Gelungen ist das mit folgenden Einstellungen in "/etc/xdg/lxsession/LXDE-pi/autostart"
    Code:
    # Bildschirmschoner deaktivieren
    #@xscreensaver -no-splash  
    @xset s off
    @xset -dpms
    @xset s noblank
    
    # lädt Chromium im Vollbild bei einem Neustart
    @chromium-browser --incognito --kiosk https://gewünschte Website
    Da die Nutzer ja Eingaben machen sollen, war es erforderlich, im Chromium noch eine virtuelle Tastatur hinzuzfügen. Stolperstelle: Im "incognito"-Modus muss man der Erweiterung explizit erlauben zu starten. Zu finden in den erweiterten Einstellungen der Erweiterung.
    Nun startet meine Website (hab zunächst google.de genommen, damit ich die Eingabemöglichkeiten prüfen kann) beim Neustart des Raspis im Vollbild. Der Mauszeiger ist aktuell noch sichtbar; hier gäbe es eine Möglichkeit zur Unterdrückung, kann sein, dass das mit Touchscreen dann notwendig wird.

    Sollten nun Nutzer später Daten aktualisiert haben, muss natürlich die Seite regelmäßig neu dargestellt werden. Das habe ich jetzt zunächst mal über einen fünf-minütigen Cronjob gemacht. Ist aber nur suboptimal, weil das u. U. die Eingabe eines Nutzers unterbricht. Hier brauche ich noch eine komfortablere Lösung.

    Status: Es läuft der Raspi mit "google.de" im Vollbildmodus, Eingaben sind über die virtuelle Tastatur möglich.

    Nächster Schritt: Eine geeignete Website erstellen und aufrufen.

    03.05.2020:
    Das LAN-Problem ist gelöst. Ich habe in meiner Krabbelkiste noch ein Paar Powerline-Adapter gefunden. Damit war es problemlos möglich, eine Verbindung ins eigentliche Vereins-LAN zu realisieren. Ich hoffe auf wenig Störungen, denn das war der Grund, warum ich sie in meinem Privathaushalt nicht einsetzen konnte. Das war alles zu störanfällig (ging aber auch über zwei Sicherungskreise...). Mal sehen.

    Zusätzlich habe ich in der Datei "/etc/xdg/lxsession/LXDE-pi/autostart" noch das cache-Verzeichnis nach "/dev/shm" umgebogen, damit nicht alle Cache-Vorgänge Schreiblast auf der SD-Karte verursachen. Funktioniert hat das mit der zusätzlichen Option "--disk-cache-dir=/dev/shm" beim Start des Chromium.

    Nun habe ich fürs Erste ein paar Entscheidungen getroffen, mit denen ich mal weiter machen will:
    Wo laufen die Daten zusammen? Auf dem Raspberry!
    Warum? Weil ich auf der Joomla-Plattform der Vereins-Homepage nicht so ohne Weiteres eine Mysql-Datenbank integrieren kann (zumindest ich kann es nicht). Von der Vereinshomepage auf eine beliebige, externe Seite springen geht problemlos. Auf der Vereinshomepage habe ich einen Tennis-User angelegt, damit sieht man die Seite nur nach Anmeldung. Das PW bekommen alle Tennisspieler des Vereins.

    Das hat folgende Konsequenzen: Ich brauche auf dem Raspi einen Webserver, der die Eingabe-Seite für die Terminvergabe hostet. Und ich brauche eine Mysql-DB, in der die Daten gespeichert werden. Im Endeffekt bietet der Raspi dann nur eine Seite an mit der Übersicht der vorhandenen Termine und der Möglichkeit, neue Termine hinzuzufügen. Zwischen den Kalenderwochen möchte ich mit zwei Knöpfen hin- und herschalten können.
    Damit brauche ich eine Portweiterleitung, die die Anfragen von der Vereins-Homepage (die irgendwo gehostet wird) weiter auf den Raspi routet. Das wiederum erfordert einen Dyndns-Eintrag.

    Auf der DB brauche ich dann folgende Eingabefelder auf der Eingabeseite: Kalenderwoche, Kalendertag, Platznummer, Startuhrzeit (wir vergeben nur ganze Stunden, wer mehr als eine Stunde spielt, muss mehrere Einträge vornehmen), Name1, Name2, Name3, Name4 (3 und 4 kann optional leer bleiben). Zusätzlich muss noch das Kalenderjahr mit abgespeichert werden.
    Das Ganze werde ich mit php realisieren.

    Web- und Mysql-Server sind installiert. Ein User ist eingerichtet.

    Ein Layout der einzigen Seite ist auf Papier erstellt. Das habe ich in Originalgröße gezeichnet, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob die Größe des Touchpanels und die Auflösung ausreichend sind, um das darzustellen.

    Damit ist die Diskussion, welche Kalendersoftware, erst mal vom Tisch. Jeder gibt seine Termine direkt auf der Webseite ein. Möglicherweise spendiere ich noch einen Knopf, der den letzten, selbst erzeugten Eintrag noch 10 Minuten lang löschen lässt. Nach 10 Minuten soll dieser Knopf ausgegraut werden.


    08.05.2020:
    Mittlerweile ist die Website fertig (ein paar Schönheitskorrekturen fehlen noch). Sie stellt jeweils die Belegung eines Platzes für eine angegebene Kalenderwoche dar. Durch Eingabe einer Kalenderwoche und eines Platzes wird die Belegung ebendieser Woche und dieses Platzes angezeigt.
    Alles sehr hemdsärmelig in php und html geschrieben, ohne Javascript. Nicht sehr schön, aber es funktioniert.
    Jetzt fehlt noch das Eingeben und Speichern von Reservierungen.

    10.05.2020:
    Eigentlich ist nun die erste Version des ganzen Vorhabens fertig.
    Die Website ist soweit kosmetisch in einem Zustand, dass man sie anschauen kann.
    Das Anzeigen der Platzbelegung, das Eingeben einer Reservierung nebst Prüfung auf Kollisionen ist auch fertig.
    Man kann sicher noch ein paar weitere Prüfungen vor dem Reservieren eingeben, aber das muss ich im laufenden Betrieb noch optimieren.

    Was steht als nächstes an?
    Nun muss das Touchpanel am Tennis-Heim angebracht werden und die Fritzbox zum Durchstellen auf den lokalen Webserver konfiguriert werden. Dann kann diese Seite auf der Vereins-Homepage eingebunden und per Passwort auf die Öffentlichkeit losgelassen werden.

    Was bleibt darüber hinaus zu tun?
    Nach Reservierung des Platzes springt das Fenster immer zur Standardseite zurück. Schöner wäre es, auf die Seite mit der getätigten Reservierung zu springen.
    Außerdem würde ich gerne regelmäßig auf die Ausgangsseite zurückspringen (per cronjob).
    Und nachts den Bildschirm abschalten (nach 10 Minuten geht schaltet zwar der Raspi das Display auf schwarz, aber das ist mir noch zu wenig. Geht vielleicht auch gar nicht, weil dann lässt sich der Bildschirm nicht mehr aufwecken.)
    Löschen eines einmal getätigten Eintrags geht nicht. Nur für den DB-Admin und auch nur auf der DB. Aber das reicht erst mal.
    Ebenfalls unschön ist noch die Darstellung auf einem normalen Web-Browser: da ich die Seite statisch auf die Bilschrimgröße 1920x1080 programmiert habe, wird sie natürlich auf jedem anderen Browserfenster in der Regel zu groß dargestellt. Klar kann man Zoomen, aber vielleich gibt es da ja die Möglichkeit, das Fenster beim Öffnen auf die verfügbare Fenstergröße anzupassen.

    16.05.2020:
    Kurzes Update: Seit heute hängt der Raspi samt Touchscreen im Tennis-Heim. Die Website ist auch über die Homepage passwortgeschützt aus dem Internet erreichbar. Soweit so gut.
    Es hat sich aber herausgestellt, dass die Powerline-Verbindung die Schwachstelle darstellt. Wie ich ich oben schon schrieb, waren die Dinger auch bei mir zuhause nicht zuverlässig. Aber auch von einem anderen Hersteller haben wir heute zwei Adapter getestet, mit dem gleichen Ergebnis: Sobald ein Verbraucher wie Kühlschrank oder Boiler läuft, bricht die Verbindung weg. Selbst der Touchscreen führt immer wieder zum Ausfall.
    Wie ich das Problem gelöst bekomme, weiß ich noch nicht. LAN-Kabel über knapp 100m im Boden verlegen will ich eigentlich nicht. Ideen?

    23.05.2020:
    Ich habe von einem befreundeten Netzwerkspezialisten zwei Ubiquiti NanoStation Loco M2 für eine WLAN-Bridge bekommen und getestet. Damit kann ich locker die 100m Sichtstrecke zwischen dem Vereinsheim und dem Tennisgelände überbrücken. Im fliegenden Aufbau konnte ich so die vollständige gewünschte Funktionalität ohne Störungen demonstrieren. Der ganze Aufbau kostet nun in Summe etwa 370 € (Monitor, Raspi, WLAN-Bridge und diverses Installationsmaterial).
    Jetzt müssen die Verantwortlichen sagen, ob sie es wirklich haben wollen. Danach würde ich dann die Doku und die Anleitung für die User schreiben (Defintiv brauchen wir noch eine Möglichkeit des Löschens von Einträgen in der DB. Die letzten zwei Wochen wurden ca. 10 Reservierungen wieder gestrichen. Das will ich nicht dauerhaft per Zuruf machen. (Vielleicht mach ich das Ganze als zusätzliche Website auf der Vereinshomepage, nicht auf dem Touchscreen.)
    Geändert von michel_vaclav (23.05.20 um 11:19 Uhr)
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  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von ThorstenHirsch
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    Meines Erachtens ist die Software für die Platzbuchung die größte Herausforderung, denn laut Deinen Anforderungen soll...

    - jeder alle Buchungen sehen können
    - jeder vor Ort den Platz buchen können
    - jeder zu Hause den Platz buchen können
    - keiner die Buchung eines anderen Löschen können

    Normalerweise geht man das mit einer Benutzerverwaltung an, wobei man eine benutzerfreundliche Anmeldung eigentlich nur zu Hause über die Vereinshomepage lösen kann - sofern dort alle Vereinsmitglieder hinterlegt sind und die Datenbank auch für die Tennisplatzbuchung genutzt werden kann. Zu erwarten, dass die Mitglieder sich vor Ort anmelden und jeder sein Passwort parat hat, halte ich für unrealistisch. Das Stichwort Google Kalender hilft meines Erachtens auch nicht weiter, da Du ja wohl kaum voraussetzen kannst, dass jeder einen Google Account hat - und selbst wenn, wäre die Einrichtung eines gemeinsamen Kalenders mit so speziellen Rechten nichts, was es out-of-the-box gibt.

    Vielleicht gibt's ja ganz andere Ansätze. Was hältst Du hiervon? Gar keine Benutzerverwaltung. Jede Buchung setzt stattdessen einen Cookie in dem Gerät, von dem aus gebucht wurde. Dieser Cookie wird zur Löschung benötigt. Eine Buchung kann also nur an dem Gerät gelöscht werden, auf dem sie erstellt wurde (...und dem Browser und dem Benutzeraccount). Das löst das Passwortproblem und dürfte eine 90%-Lösung sein. Die 10%, in denen jemand am Tablet eine Buchung tätigt, aber später am Handy löschen will, fallen hinten runter. Und vor Ort muss man sich überlegen, was man macht. Darf dort jeder alle Buchungen löschen, die andere vor Ort getätigt haben? Wohl eher nicht. Vielleicht lieber so: vor Ort darf man nur die aktuelle Platznutzung eintragen (spontan), jedoch keine Reservierungen für später vornehmen und auch nichts löschen.
    ¡Nuestro amigo... el Computador!

  4. #4
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    Zitat Zitat von ThorstenHirsch Beitrag anzeigen
    Meines Erachtens ist die Software für die Platzbuchung die größte Herausforderung, denn laut Deinen Anforderungen soll...

    - jeder alle Buchungen sehen können
    - jeder vor Ort den Platz buchen können
    - jeder zu Hause den Platz buchen können
    - keiner die Buchung eines anderen Löschen können

    Normalerweise geht man das mit einer Benutzerverwaltung an, wobei man eine benutzerfreundliche Anmeldung eigentlich nur zu Hause über die Vereinshomepage lösen kann - sofern dort alle Vereinsmitglieder hinterlegt sind und die Datenbank auch für die Tennisplatzbuchung genutzt werden kann. Zu erwarten, dass die Mitglieder sich vor Ort anmelden und jeder sein Passwort parat hat, halte ich für unrealistisch. Das Stichwort Google Kalender hilft meines Erachtens auch nicht weiter, da Du ja wohl kaum voraussetzen kannst, dass jeder einen Google Account hat - und selbst wenn, wäre die Einrichtung eines gemeinsamen Kalenders mit so speziellen Rechten nichts, was es out-of-the-box gibt.

    Vielleicht gibt's ja ganz andere Ansätze. Was hältst Du hiervon? Gar keine Benutzerverwaltung. Jede Buchung setzt stattdessen einen Cookie in dem Gerät, von dem aus gebucht wurde. Dieser Cookie wird zur Löschung benötigt. Eine Buchung kann also nur an dem Gerät gelöscht werden, auf dem sie erstellt wurde (...und dem Browser und dem Benutzeraccount). Das löst das Passwortproblem und dürfte eine 90%-Lösung sein. Die 10%, in denen jemand am Tablet eine Buchung tätigt, aber später am Handy löschen will, fallen hinten runter. Und vor Ort muss man sich überlegen, was man macht. Darf dort jeder alle Buchungen löschen, die andere vor Ort getätigt haben? Wohl eher nicht. Vielleicht lieber so: vor Ort darf man nur die aktuelle Platznutzung eintragen (spontan), jedoch keine Reservierungen für später vornehmen und auch nichts löschen.
    Ganz so dramatisch ist es nicht. Das Gelände selbst ist abgesperrt, wer also an den Raspi kommt, braucht einen Schlüssel. Auch auf der bisher dort aushängenden Liste könnte jemand einen Eintrag durchstreichen und einen neuen eintragen.
    Das mit der Benutzerverwaltung ist in der Tat etwas anspruchsvoll. Die Mitglieder sind nicht der Verwaltungssoftware der Homepage hinterlegt. Wir reden hier von maximal 50 tennisspielenden Mitgliedern. Vielleicht ist in einem ersten Schritt einfach nur "Vertrauen" notwendig. Soll heißen: man könnte für die Homepage einen "Tennisuser" anlegen, dessen Passwort man den Tennismitgliedern (mit Ausgabe des Schlüssels) mitteilt. Damit könnten sie sich an der HP anmelden und den dann dort gezeigten Kalender befüllen (oder aber auch obsolete Belegungen löschen). Der Inhalt dieser Seite könnte dann simultan am Raspberry ebenfalls angezeigt und am Touchscreen verändert werden.
    Damit wären die Punkte 1-3 von Deiner Aufzählung erfüllt.

    Bleibt trotzdem die Frage nach einer geeigneten Software. Die Homepage läuft übrigens mit Joomla. Dort gibt es Plugins/Addons, etc. Allerdings habe ich nichts geeignetes bisher gefunden.
    Mit Joomla auf eine eigenständige Lösung des Raspberrys zuzugreifen wäre aufwändig, denn das würde bedeuten, dass ich die Fritzbox des Vereinsheim zum Weiterrouten konfigurieren muss und auf dem Raspi dann ein Webserver benötigt wird. Umgekehrt wäre es wahrscheinlich einfacher: sobald er Raspi am Netz hängt, kann ich auf jede Seite der Homepage zugreifen.
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  5. #5
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    Direkte Frage: Ist der Aufwand das überhaupt wert? Scheinbar läuft es ja aktuell problemlos analog...

    (man muss nicht jeden Sch* digitalisieren... - und der ökologische Fußabdruch gegenüber einer Kugelschreiber + Papier-Lösung erhöht das Karma auch nicht gerade... - von allen zusätzlichen Problemen, die Du Dir mit so einer "Lösung" einfängst gar nicht zu sprechen)
    Ich bin root - ich darf das.

  6. #6
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    Die Frage ist absolut berechtigt. Allerdings gab es schon den einen oder anderen Kollegen, der mal Tennis spielen wollte und extra aufs Gelände gefahren ist, nur um dann festzustellen, dass alle Plätze belegt sind. Selten, aber sowas kommt leider vor.
    Alles in allem ist der Aufwand sicher nicht gerechtfertigt, aber ich will das Bastelprojekt umsetzen.
    Ökologischer Fußabdruck ist auch nicht zu vernachlässigen: aber mit einem Raspi und einen Tocuscreen, der alle 10 Minuten in Standby geht sollte das vertretbar sein. Die ganze Mimik würde ich sowieso nur in der Saison einschalten, also von Mai bis Oktober.
    Und was die Probleme angeht: die müssen gelöst werden. Der Fallback auf Papier und Bleistift ist ja jederzeit möglich.
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  7. #7
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    Sowas wie https://www.pm-codeworks.de/pamrfid-en.html könnte dir helfen, die Ding vor Ort zu vereinfachen, Passwort als "pre Papier Fallback", wenn man sein RFID Token vergessen hat, sollte denke ich noch möglich sein. Alternativ zu RFID könnte man zB Fingerabdrucksensoren verwenden, vermutlich teurer. Ich würde weiterhin davon ausgehen, dass wenn die Web-Seite gut genug gemacht ist, das Terminal praktisch nicht bzw. kaum verwendet wird.
    Gruß nopes
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  8. #8
    Registrierter Benutzer Avatar von michel_vaclav
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    Zitat Zitat von nopes Beitrag anzeigen
    Sowas wie https://www.pm-codeworks.de/pamrfid-en.html könnte dir helfen, die Ding vor Ort zu vereinfachen, Passwort als "pre Papier Fallback", wenn man sein RFID Token vergessen hat, sollte denke ich noch möglich sein. Alternativ zu RFID könnte man zB Fingerabdrucksensoren verwenden, vermutlich teurer. Ich würde weiterhin davon ausgehen, dass wenn die Web-Seite gut genug gemacht ist, das Terminal praktisch nicht bzw. kaum verwendet wird.
    Das erscheint mir für erste etwas arg aufwändig und auch übertrieben. Die Idee dahinter an sich aber durchaus interessant. Danke dafür.
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  9. #9
    Fieses Frettchen Avatar von DrunkenFreak
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    Zitat Zitat von michel_vaclav Beitrag anzeigen
    Damit wären die Punkte 1-3 von Deiner Aufzählung erfüllt.
    Meiner Meinung nach, ist der vierte Punkt auch gelöst. Das ist ein kleiner Verein, mit überschaubarer Mitgliederanzahl. Wer ist denn bitte so mies und löscht andere Termine absichtlich? Wenn man den Löschenknopf dann noch absichert mit einer Frage, ist versehentliches Löschen auch nicht mehr so das Problem.

    Ich tippe mal, dass auf dem Zettel jetzt schon sowas steht wie "Dienstag, Petra & Paul 18-19 Uhr". Das wird sich wohl auch kaum ändern.

  10. #10
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    Wenn man nur vor Ort reservieren kann, ja, wenn man auch über das Internet reservieren kann, dann eher nicht, vermutlich braucht man dann eh einen geschützten Bereich schon allein aus Datenschutzgründen

    Ich würde es mir ja so wünschen:
    Ein entsprechend geschütztes Web-Frontend - HTTPS. Man kann sich anmelden, um bestimmte Dinge zumachen, zB eine Reservierung anlegen, ändern, löschen - was halt gebraucht wird.
    Ein oder mehrere "PI-Terminals", dort wird ein "Login-Service angezeigt", entweder man tippt die Daten ein oder man hält seine RFID hin.
    Die "PI-Terminals" beziehen die Daten vom Web-Server und melden sie auch wieder zurück. Dafür kann man beliebige Linux Mittel nehmen, im Falle von HTTPS sollte man URL Parameter vermeiden, weil die afaik nicht verschlüsselt werden können.
    Was ich halt befürchte, dass das Touch Display nicht besonders gut in der Bedienung ist, ein komplexes Passwort ist auch mit einem guten Touchscreen nicht einfach zu tippen. Daher werden die meisten wohl eher ihr Smartfon nehmen, einfach weil es komfortabler ist.

    In der Zwischenzeit habe ich mir mal zwei Beispiele zum auslesen einer "RFID" angesehen - https://github.com/philippmeisberger...xample-read.py, https://behindthesciences.com/electr...id-tag-reader/
    Daraus einen Automaten zumachen, der "den Login" und dann das Anlegen, Ändern usw übernimmt, ist nicht so schwierig - Passwort eingeben braucht man nicht mehr. Die anderen Aufgaben kann man soweit reduzieren, dass die Eingaben als "nicht nervend" empfunden werden. Ob man den Reader über die GPIOs anschließt oder über USB ergibt sich daraus, ob das Display Huckepack artig verbaut ist oder nicht, wahrscheinlich ist es mit "USB Kabel" einfacher/besser.

    Kosten:
    RFID Reader (RDM6300 - UART) ca. 3,50 €
    USB zu TTL Kabel (PL2303HX) ca 5,00 €
    Gehäuse (Abzweigdose) ca 0,80 €
    RFID Karten ca 0,70 € pro Stück

    [edit]
    Fingerabdrucksensoren ab ca 11,00 €
    Geändert von nopes (05.05.20 um 00:19 Uhr)
    Gruß nopes
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  11. #11
    Registrierter Benutzer Avatar von michel_vaclav
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    Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: das Projekt ist fertig, aber leider nicht zur Anwendung gekommen.

    Die in etwa 400€ waren dann doch für den Verein zu viel.

    Ein Raspi, eine SD-Karte, eine WLAN-Bridge, der Touch-Screen, zwei Fritz-Powerline-Adapter plus ein bisschen Installationsmaterial, da kommt schnell was zusammen.

    Was solls. Was gelernt dabei, Spaß gehabt. Und ich konnte alle Teile wiederverwenden bzw. an den Mann bringen.

    michel_vaclav
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