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Thema: USB DSL Modem HOWTO - EciAdsl Troubleshooting

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von ThorstenHirsch
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    USB DSL Modem HOWTO - EciAdsl Troubleshooting

    1. Einleitung

    Im Gegensatz zu DSL-Modems mit Netzwerkinterface, benötigen USB DSL Modems einen Treiber um als PPPoE-Device genutzt werden zu können, zusätzlich zum PPPoE-Treiber. Zwar sind DSL Modems mit USB-Interface in Deutschland noch recht selten anzutreffen, doch im Ausland werden sie schon von vielen ISPs angeboten. Von offizieller Seite werden leider nur Windowstreiber bereitgestellt - mit Ausnahme einiger weniger Binärtreiber, die sich in den Tiefen des Internets finden lassen. Von letzteren konnte ich jedoch keine finden, die unter einer aktuellen Distribution lauffähig sind. Aber das macht auch nichts, denn es gibt ein Projekt, das freie Treiber entwickelt: eciadsl. Dort befindet sich auch eine offizielle Installationsanleitung, sogar in deutsch! Ein Blick lohnt auf jeden Fall. Hier steht aber noch ein bisschen mehr als dort.

    2. Hardware & die Treiber

    Auf der Seite von eciadsl befindet sich eine Übersicht (nicht) aller unterstützten Modems. Wenn Dein Modem in keiner Liste auftaucht, besteht eine gute Chance, dass es trotzdem unterstützt wird. Ausschlaggebend hierfür ist der Chipsatz des Modems. In Deutschland bietet vrweb seit einiger Zeit USB DSL Modems mit GlobeSpan-Chipsatz (GS7470) an. Dieser wird vom aktuellen Treiberpaket (usermode Version 0.9) noch nicht unterstützt, aber es existiert ein Entwicklungszweig, der diesen Chipsatz unterstützt: usermode nortek. In späteren Versionen wird der Nortek-Treiber in das normale Treiberpaket integriert.
    Desweiteren gibt es ein Entwicklungsweig, der Kerneltreiber entwickelt. Diese sind zur Zeit jedoch noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium und nicht für den produktiven Einsatz bestimmt.

    3. Vorbereitungen

    Benötigt werden neben dem USB-Treiber das Kernelmodul n_hdlc (char devices -> non-standard serial port) sowie der tun/tap-Treiber (->networking support). Sind diese noch nicht vorhanden, muss ein neuer Kernel kompiliert werden, der diese Treiber als Module eingebunden hat.
    Weitere USB-Treiber, vor allem ehci, sollten unbedingt als Modul vorliegen, damit sie entladen werden können - dies ist eventuell nötig, da die eciadsl-Treiber unter Umständen (noch?) nicht stabil arbeiten, falls bestimmte weitere Geräte am USB-Controller angeschlossen sind.

    4. Treiberinstallation

    Die Installation der eciadsl-Treiber gestaltet sich folgendermaßen:

    Datei herunterladen und entpacken. Anschließend in das gerade entpackte Verzeichnis wecheln - es hat den gleichen Namen wie das Paket, aber ohne die Endung .tar.bz2. Ausnahme: das Nortekt-Paket. Hier heißt das Verzeichnis usermode.

    Code:
    ./configure
    bzw. beim Nortek-Paket:
    Code:
    ./configure --with-chipset=GS4740
    nun für beide Pakete:
    Code:
    make
    make install
    make clean
    Eventuell meckert das configure Skript aber über fehlende Programme oder Header-Dateien, je nachdem was Ihr schon alles bei eurer Distribution installiert habt. Diese Dateien müssen natürlich erst installiert werden bevor's weitergehen kann. Bspw. werden unter Debian die Pakete automake, autoconf, gcc und libc6-dev (und vielleicht noch weitere) benötigt. Erst wenn configure ohne Probleme durchläuft, funktioniert make.

    Anschließend das Configurationsskript mit eciconftxt aufrufen. Es befindet sich in /usr/local/bin. Am besten alle Fragen wahrheitsgemäß beantworten
    Die soeben konfigurierte Datei ist /etc/eciadsl/eciadsl.conf und sollte ungefähr so aussehen:
    Code:
    VID1=0915
    PID1=8101
    VID2=0915
    PID2=8101
    MODE=LLC_SNAP_RFC1483_BRIDGED_ETH_NO_FCS
    VCI=32
    VPI=1
    FIRMWARE=/etc/eciadsl/firmware00.bin
    SYNCH=/etc/eciadsl/synch57.bin
    PPPD_USER=<username>
    PPPD_PASSWD=<passwort>
    USE_DHCP=yes
    USE_STATICIP=no
    STATICIP=
    GATEWAY=
    MODEM=Other
    PROVIDER=Other
    DNS1=<je nach ISP>
    DNS2=<je nach ISP>
    Für die Herstellung der PPPoE-Verbindung wird darüberhinaus der rp-pppoe-Treiber benötigt - oder ein anderer PPPoE-Treiber, aber der von roaring penguin funktioniert schon ganz gut, ist freie Software und daher auf jeden Fall empfehlenswert. Er ist zu finden auf http://www.roaring-penguin.com. Nachdem er heruntergeladen und entpackt wurde, einfach nur das go-Skript als root aufrufen. Hiermit wird der pppoe-Treiber installiert und es folgen ein paar Fragen zur Konfiguration. Diese kann man auch später in /etc/ppp/pppoe per Hand ändern. Oder einfach adsl-config aufrufen, dann wird man nochmal nach der Konfiguration gefragt. Das Passwort befindet sich in /etc/ppp/pap-secret oder /etc/ppp/chap-secret, je nachdem welches Verfahren benutzt wird.

    5. Verbindung herstellen

    Einfach mal startmodem aufrufen, dann weiterschauen.
    Läuft das Skript alle 5 Punkte durch, kann die Verbindung mit adsl-start aufgebaut und mit adsl-stop abgebaut werden.
    Das war's schon.

    Nun ja, die meisten von Euch werden mit startmodem Probleme haben, hierzu bitte in den Troubleshooting-Bereich schauen.

    6. Troubleshooting
    • Modem wird nicht gefunden
      Das Startmodem-Skript lädt das USB-Modul, anschließend hat der Rechner 1sec Zeit es zu erkennen. Dies ist bei älteren Rechnern oft zu kurz, darum muss man in /usr/local/bin/startmodem, Zeile 314, eine etwas längere Pause einbauen. sleep 2 reicht fast immer.
    • n_hdlc kann nicht geladen werden
      Bist Du Dir sicher, dass Du es im Kernel als Modul aktiviert hast und anschließend den Kernel mit Modulen neu kompiliert, installiert und gebootet hast?
    • Firmware-Update schlägt fehl
      Eventuell hilft's eine andere Firmware-Datei zu benutzen. Sollte so ähnlich funktionieren wie die Auswahl einer anderen synch-Datei (siehe ein paar Absätze weiter), aber um ehrlich zu sein, hatte ich so einen Fall noch nie.
    • Synchronisierung schlägt fehl
      Dies könnte verschiedene Gründe haben. Eventuell dauert es nur etwas länger und der timeout kommt zu früh (dies könnte bei Kernel 2.6.7 bis 2.6.8.1 der Fall sein, da diese nicht wirklich stabil mit dem Treiber funktionieren). In diesem Fall tut es not, folgende Zeile an die /etc/eciadsl.conf anzufügen:
      Code:
      ECILOAD2_OPTIONS=-t 240
      Damit wird der timeout auf 240sec gesetzt. In dieser Zeit sollte auch die widerspenstigste Kernel/Modem-Kombination synchronisieren. Wenn nicht, liegt's an was anderem.

      Zweite Möglichkeit: die synch-Datei passt nicht zum Provider. Macht nix, es gibt ja noch genügend andere, einfach alle synch*.bin-Dateien ausprobieren, die beim Treiber mitgeliefert werden. Sie liegen in einem Unterverzeichnis des Treiberpakets, sollten nach /etc/eciadsl kopiert werden und anschließend in der /etc/eciadsl/eciadsl.conf angegeben werden.

      Dritte Möglichkeit: ich habe einige Stabilitätsprobleme mit älteren Kerneln gehabt. Die Synchronisierung fängt dann zwar an, bricht aber nach kurzer Zeit ab. Hier könnte es helfen, das USB-Treiber-Modul zu entladen und anschließend wieder zu laden.
      Dieses Problem könnte auch schon beim Firmware-Update aufgetreten sein oder - falls das USB-Modul bereits vom System automatisch geladen wurde und nicht erst vom startmodem-Skript - bei Punkt (1/5): das Modem wird überhaupt nicht gefunden.
      Man sollte in diesem Fall am besten ein Kernelupdate durchführen, sonst könnte auch das nächste Problem als Folge der Instabilitäten entstehen.
    • Alle synch-Dateien ausprobiert und keine passende gefunden?
      In der offiziellen Installationsanleitung ist eine Möglichkeit beschrieben, sich selbst eine .bin Datei zur Synchronisierung zu basteln mit Hilfe des Windowstreibers. Wende Dich aber lieber erstmal an die Entwickler, z.B. im IRC. Die haben vielleicht schon eine neue synch-Datei oder helfen Dir bei der Erstellung der Datei.
    • Modem hängt sich auf - Verbindung bricht ab
      ...und selbst ein reboot hilft nicht, das Modem bleibt nicht ansprechbar (alle LEDs sind an), es kann nur durch das Rausziehen des USB-Kabels resettet werden. Tja, hört sich lustig an, aber den Fall hatte ich wirklich. Und das allertollste: er war ohne Problem reproduzierbar, nämlich durch ein apt-get update. Das Problem trat immer dann auf, wenn 55% der Paketbeschreibungen heruntergeladen waren. War aber auch nur ein Problem mit dem Kernel 2.4.22, mit einem neueren hatte ich es nicht mehr.
    • Die Rechnerauslastung ist enorm hoch
      Ja, dies liegt vor allem an den Prozessen pppoe und pppoeci. Ein 200MHz-Rechner hat eine ständige Auslastung von 10% bis 25%. Bisher konnte ich daran noch nichts ändern, vielleicht wird sich das Problem auch einfach selbst lösen mit einer der nächsten Versionen von pppoe (pppoe-Paket) oder pppoeci (eciadsl-Treiber).


    7. Support

    Die Leute im IRC sind echt freundlich! Sprechen zwar kein deutsch (naja, einer versucht's zumindest ), aber mit englisch, französisch und italienisch hat man ne gute Auswahl. Server und Channel, sowie weitere Supportmöglichkeiten (mailing list, Forum) stehen auf der offiziellen Installationsseite.

    ...oder einfach hier im Forum einen Thread eröffnen. Aber bitte nicht auf diesen Beitrag antworten; hier kommen nur Tipps&Tricks rein, keine Fragen oder Diskussionen.
    Geändert von ThorstenHirsch (22.09.04 um 23:54 Uhr)
    ¡Nuestro amigo... el Computador!

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