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Thema: Viren- und Spamschutz für Desktop-Linux

  1. #1
    Mod. FAQ/Howto/Emulation
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    Viren- und Spamschutz für Desktop-Linux

    Die meisten bekannten Viren- und Spamfilter für Linux sind Serverlösungen, die wie z. B. amavis (Mail-Viren-Scanner) in sendmail/fetchmail und andere Mail-Server integriert werden.

    Das ist für Firmen und Netzwerke eine sehr gute Lösung. Für den Privatanwender jedoch, der manuell eine Internetverbindung startet, ist diese Lösung doch relativ schwierig einzurichten.

    Dabei bieten moderne Mailer wie Evolution und K-Mail die Möglichkeit, über Filter Mails zur weiteren Untersuchung an bestimmte Programme weiterzuleiten. Sollte das Programm dann einen Virus melden oder Spam feststellen, wird die Mail in einen beliebigen Ordner verschoben oder gelöscht.

    Im folgenden werden Beispiele aufgezeigt, wie man clamav zum Virenschutz und spamassassin sowie bogofilter zum Spamschutz in das Mailprogramm integriert. Beide Lösungen sind Open-Source und somit kostenfrei.

    Dieses Howto beschränkt sich auf die unter Linux am meisten verwendeten Mailer

    - Evolution (Gnome / GTK)
    - K-Mail (kde)
    - Mozilla Mail / Thunderbird
    - sylpheed-claws

    Die Vorgehensweise sollte aber bei jedem anderen Mailer ebenfalls möglich sein, sofern:

    - Filterfunktionailität vorhanden,
    - Filter kann Mail an externes Programm weiterleiten,
    - Filter kann Returncode zur Bewertung "Spam/Virus ja/nein" vom externen Programm abfragen.

    Außerdem wird kurz aufgezeigt, wie man einen "On Access"-Virenwächter installiert.


    1) Virenschutz in Evolution

    2) Virenschutz in K-Mail

    3) Viren- und Spamschutz in Thunderbird / Mozilla Mail

    4) Spamschutz in Evolution

    5) Spamschutz in K-Mail

    6) Virenschutz in sylpheed-claws

    7) Mail-Virenschutz mit F-Prot, Bitdefender und Antivir

    8) Spamschutz in Evolution mit bogofilter

    9) Spamschutz in sylpheed-claws mit bogofilter

    10) On Access Virus Check


    Änderungen:
    01.05.04: Spamschutz integriert, Inhaltsverzeichnis
    02.05.04: Virenschutz in sylpheed-claws
    02.05.04: Evolution auf spamc/spamd umgestellt, fprot/bde/antivir-assassin
    08.05.04: Evolution und sylpheed-claws mit bogofilter
    09.05.04: On Access Virus Check
    25.09.04: Links aktualisiert
    14.08.05: Links aktualisiert
    13.01.07: Links kontrolliert
    01.07.07: Bogofilter Plugin / Evolution 2.x, Thunderbird / AV-Scanner
    Geändert von stefan.becker (01.07.07 um 17:48 Uhr)

  2. #2
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    1) Übersicht zu Antiviren Tools

    ClamAV

    ClamAV ist ein Open Source Virenscanner.

    Homepage: http://www.clamav.net/

    Über Webmin lässt sich das ganze im Browser verwalten: http://wbmclamav.labs.libre-entreprise.org/

    Weitere Tools: Clamassassin für Virenschutz bei E-Mail, siehe 2).


    Antivir

    Kommerzielles Produkt.

    http://www.hbedv.de/

    Für Privatanwender ist das Produkt kostenfrei, eine entsprechende Lizenz kann über hbedv beantragt werden.

    Als GUI gibt es TkAntivir: http://www.sebastian-geiges.de/cms_e...nt.php?idcat=6


    F-Prot

    Kommerzielles Produkt, Privatanwender können es frei einsetzen.

    http://www.f-prot.com/products/home_use/linux/

    Als GUI gibt es z. B. QT-Fprot: http://freshmeat.net/projects/qtfprot/



    Weitere folgen.
    Geändert von stefan.becker (25.04.04 um 01:06 Uhr)

  3. #3
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    2) Desktop Lösung: Absicherung eines persönlichen Mailkontos in Evolution

    Das folgende Beispiel erklärt, wie man unter Fedora Core eingehende Mails in Evolution auf Viren prüfen kann. Es sollte sich auf andere Distributionen übertragen lassen. Das ganze basiert auf dem freien ClamAV (siehe 1). Die Vorgehensweise stammt aus einem Artikel aus der Zeitschrift Linux-User 05/04.


    2.1) ClamAV installieren

    Zunächst muss clamav installiert werden. Hierzu besorgt man sich das Paket "clamav-xxx.rpm" (xxx=Version) und installiert es mit "rpm -i clamav*".

    Downloadadressen finden sich unter: http://www.clamav.net/binary.html#pagestart


    2.2) clamassassin installieren

    Ein weiteres benötigtes Werkzeug ist "clamassassin".

    Download erfolgt über: http://drivel.com/clamassassin/

    Die Datei entpacken mit "tar zxvf clamassassin*".

    Das ganze ist ein Script, einige Pfade müssen im Kopf des Scriptes angepasst werden. Hier die Version für Fedora:

    Code:
    FORMAIL=/usr/bin/formail
    
    # Configure your full path to clamscan
    CLAMSCAN=/usr/bin/clamscan
    
    # Configure your full path to mktemp
    MKTEMP=/bin/mktemp
    Die Datei clamassassin wird nach der Änderung nach /usr/local/bin kopiert.


    2.3) Signaturen (automatisch) aktualisieren

    Über den Befehl "freshclam" lassen sich die Signaturen aktualisieren.

    Das ganze lässt sich auch automatisieren, in dem man folgende Zeile in die Datei "/etc/crontab" einfügt:

    Code:
    30 * * * * root /usr/bin/freshclam --quiet
    Nun wird immer 30 min nach jeder vollen Stunde die Signaturdatei aktualisiert.


    2.4) Evolution einrichten

    Zunächst muss in Evolution ein neuer Ordner "Virus" angelegt werden.

    Anschließend wird über Werkzeuge/Filter ein neuer Filter angelegt in der Gruppe "Eingang".

    Einstellungen:

    - Alle Kriterien
    - Falls: Nachricht an Bedienoberflächenbefehl weiterleiten
    - In Ordner verschieben: Virus
    - Liefert: 0
    - Befehl:

    Code:
    sh -c "/usr/local/bin/clamassassin | grep -i 'x-virus-status: yes'"
    Das wars schon. Filter speichern und schon ist der Schutz fertig.


    2.5) Testen

    Zum Testen des ganzen kann man sich über den CT-Email-Check Testviren selbst zusenden, z. B. den Eicar:

    http://www.heise.de/security/dienste...e=virendummies
    Geändert von stefan.becker (25.04.04 um 00:44 Uhr)

  4. #4
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    1) Virenschutz in Evolution

    Das folgende Beispiel erklärt, wie man unter Fedora Core eingehende Mails in Evolution auf Viren prüfen kann. Es sollte sich auf andere Distributionen übertragen lassen. Das ganze basiert auf dem freien ClamAV (siehe 1). Die Vorgehensweise stammt aus einem Artikel aus der Zeitschrift Linux-User 05/04.


    1.1) ClamAV installieren

    Zunächst muss clamav installiert werden. Hierzu besorgt man sich das Paket "clamav-xxx.rpm" (xxx=Version) und installiert es mit "rpm -i clamav*".

    Downloadadressen finden sich unter: http://www.clamav.net/binary.html#pagestart


    1.2) clamassassin installieren

    Ein weiteres benötigtes Werkzeug ist "clamassassin".

    Download erfolgt über: http://drivel.com/clamassassin/

    Die Datei entpacken mit "tar zxvf clamassassin*".

    Das ganze ist ein Script, einige Pfade müssen im Kopf des Scriptes angepasst werden. Dazu einfach das "./configure" Script aufrufen.

    Beispiel Fedora:

    Code:
    FORMAIL=/usr/bin/formail
    
    # Configure your full path to clamscan
    CLAMSCAN=/usr/bin/clamscan
    
    # Configure your full path to mktemp
    MKTEMP=/bin/mktemp
    Die Datei clamassassin wird nach der Änderung nach /usr/local/bin kopiert. Dazu einfach "make install" aufrufen.

    Testen:

    Code:
    cat irgendeine_datei | clamassassin
    Falls der Befehl Fehler 40 meldet, ist ein Parameter falsch gesetzt. Dann in der Datei clamassassin folgende Zeile ändern:
    Code:
    CLAMSCANOPT="--no-summary --stdout --mbox"
    ändern nach
    Code:
    CLAMSCANOPT="--no-summary --stdout"
    Zuletzt bauen wir uns ein Script "/usr/local/bin/clam_evolution":
    Code:
    /usr/local/bin/clamassassin | grep -i 'X-Virus-Status: Yes'
    RESULT=$?
    if [ ${RESULT} = 0 ] 
    then
      echo 'Virus'
      exit 1
    else
      echo 'OK'
      exit 0
    fi
    Script mit "chmod +x clam_evolution" ausführbar machen.


    1.3) Signaturen (automatisch) aktualisieren

    Über den Befehl "freshclam" lassen sich die Signaturen aktualisieren.

    Das ganze lässt sich auch automatisieren, in dem man folgende Zeile in die Datei "/etc/crontab" einfügt:

    Code:
    30 * * * * root /usr/bin/freshclam --quiet
    Nun wird immer 30 min nach jeder vollen Stunde die Signaturdatei aktualisiert.


    1.4) Evolution einrichten

    Zunächst muss in Evolution ein neuer Ordner "Virus" angelegt werden.

    Anschließend wird über Bearbeiten/Nachrichtenfilter ein neuer Filter angelegt in der Gruppe "Eingang".

    Einstellungen:

    - Alle Kriterien
    - Falls: An Programm weiterleiten
    - Auswahl "/usr/local/bin/clamd_evolution"
    - Liefert: 1
    - In Ordner verschieben: Virus

    Das wars schon. Filter speichern und schon ist der Schutz fertig.


    1.5) Testen

    Zum Testen des ganzen kann man sich über den CT-Email-Check Testviren selbst zusenden, z. B. den Eicar:

    http://www.heise.de/security/dienste...e=virendummies


    1.6) Weitere Infos zum Virenschutz

    http://www.linuxforen.de/forums/show...threadid=78742
    Geändert von stefan.becker (05.03.07 um 00:54 Uhr)

  5. #5
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    2) Virenschutz in K-Mail

    2.1) ab KDE 3.4x:

    "Extras / Antivirus-Assistent" richtet alles nötige ein.


    2.2) bis KDE 3.3x:

    Auch in K-Mail lassen sich über Filter ein- und ausgehende Nachrichten auf Viren testen.

    Die Installation von clamav ist wie oben.

    Filter 1:

    - Name: ClamAV1
    - Bedingung: Trifft auf alle folgenden zu, Größe, ist kleiner als, 100000000
    - Aktion: durch Programm leiten, /usr/local/bin/clamassassin
    - Filter anwenden: Alles markieren
    - "Bearbeitung hier abbrechen" nicht! auswählen


    Filter 2:

    - Name: ClamAV2
    - Bedingung: Trifft auf alle folgenden zu, X-Virus-Status, ist gleich, YES
    - Aktion: ablegen in Ordner, Virus
    - Filter anwenden: Alles markieren
    - "Bearbeitung hier abbrechen" auswählen
    Geändert von stefan.becker (24.04.05 um 21:08 Uhr)

  6. #6
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    3) Viren- und Spamschutz in Thunderbird / Mozilla Mail

    Thunderbird 2.x:

    Ein direkter AV-Support ist nicht enthalten. Man kann jedoch zunächst einen On Access Scanner (z. B. Clam-AV oder Antivir per Dazuko) einrichten. Dieser wird so eingestellt, dass u. a. "/home" überwacht wird.

    In Thunderbird muss unter "Bearbeiten / Einstellungen / Datenschutz / Antivirus" die Einstellung "Anti-Virus SW ermöglichen, eingehende Nachrichten unter Quarantäne zu stellen" aktiviert werden. Ohne diese Einstellung droht Datenverlust, weil der AV-Scanner direkt in den Mailboxen herumwühlt. Mit dieser Einstellung werden die Mails erstmal als Datei gespeichert und können dann vor Einfügen in die Mailbox aus dem Verkehr gezogen werden.


    Mozilla Mail:

    Lösung mit ClamAV / p3scan:

    http://forums.mozillazine.org/viewtopic.php?t=363278 (Link von Fisch.666)

    Alternativ z. B. per Amavis Mailserver:

    http://www.linuxforen.de/forums/showthread.php?t=30158
    http://www.linuxforen.de/forums/showthread.php?t=32131
    http://www.linuxforen.de/forums/showthread.php?t=20122
    http://www.linuxforen.de/forums/showthread.php?t=60485


    Spamschutz wiederum ist kein Problem, das Programm enthält bereits einen guten Junkmailfilter.
    Geändert von stefan.becker (01.07.07 um 17:45 Uhr)

  7. #7
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    4) Spamschutz in Evolution

    Die folgende Lösung basiert auf spamassassin. Ziel ist das Speichern der Spammails in einem Ordner Spam, der zunächst angelegt werden muss.


    4.1) Spamassassin installieren

    Homepage und Download über: http://spamassassin.apache.org/

    Über "downloads" lassen sich Sourcen und auch fertige Pakete ziehen.

    Diese Lösung basiert auf dem Gespann spamc/spamd. spamd ist ein im Hintergrund ablaufender Demon-Prozess, der die Verarbeitung übernimmt. "spamc" ist ein minimaler Client, der eine Mail an "spamd" weiterleitet und das Ergebnis zurückerhält. Vorteil dieser Methode: "spamc" ist schneller geladen als wenn bei jeder Mail das vollständige "spamassassin" aufgerufen wird.

    Beim rpm-Paket wird "spamd" zumeist automatisch hochgefahren, ansonsten muss man spamd zuvor manuell starten.


    4.2) Evolution einrichten

    Zunächst muss in Evolution ein neuer Ordner "Spam" angelegt werden.

    Anschließend wird über Werkzeuge/Filter ein neuer Filter angelegt in der Gruppe "Eingang", Name "Spamassassin".

    Einstellungen:

    - Alle Kriterien
    - Falls: Nachricht an Bedienoberflächenbefehl weiterleiten
    - In Ordner verschieben: Spam
    - Liefert: 1
    - Befehl:

    Code:
    sh -c "/usr/bin/spamc -c"
    Bei Aufruf mit "-c" gibt spamc einen Fehlercode zurück. Bei "0" ist die Nachricht ok, bei "1" ist es Spam. Daher oben "Liefert: 1".

    Das wars schon. Filter speichern und schon ist der Schutz fertig.


    4.3) Der Filter muss lernen

    Häufig werden Spam-Mails nicht erkannt und gewollte Mails als Spam eingestuft.

    Man kann den Filter aber entsprechend trainieren:

    - Falsch eingestufte normale Mails vom Ordner Spam nach Eingang verschieben.
    - Falsch eingestuften Spam anschließend von Eingang nach Spam.
    - Folgende Befehle aufrufen:

    Code:
    sa-learn --spam --mbox /home/stefan/evolution/local/Spam/mbox
    sa-learn --ham --mbox /home/stefan/evolution/local/Inbox/mbox
    "--spam" erkennt Mails in einem Ordner als Spam, "--ham" als harmlos bzw. erwünscht.

    Damit werden die Mails neu bewertet und beim nächsten Mal zumindest dieser Typ richtig erkannt.
    Geändert von stefan.becker (25.09.04 um 16:14 Uhr)

  8. #8
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    5) Spamschutz in K-Mail

    5.1) ab KDE 3.4x

    "Extras / Anti-Spam Assistent" richtet alles nötige ein.


    5.2) bis KDE 3.3x: K-Mail einrichten

    Auch in K-Mail lassen sich über Filter eingehende Nachrichten mit Spamassassin auf Spam testen.

    Filter 1:

    - Name: SpamAssassin1
    - Bedingung: Trifft auf alle folgenden zu, Größe, ist kleiner als, 250000
    - Aktion: durch Programm leiten, /usr/bin/spamc
    - Filter anwenden: Eingehende Nachrichten, zur manuellen Filterung
    - "Bearbeitung hier abbrechen" nicht! auswählen


    Filter 2:

    - Name: SpamAssassin2
    - Bedingung: Trifft auf alle folgenden zu, X-Spam-Flag, ist gleich, YES
    - Aktion: ablegen in Ordner, Spam
    - Filter anwenden: Eingehende Nachrichten, zur manuellen Filterung
    - "Bearbeitung hier abbrechen" auswählen


    Der Filter muss lernen

    Vorgehensweise wie bei Evolution, falsch erkannte Mails verschieben und dann folgende Befehle aufrufen:

    Code:
    sa-learn --spam --dir /home/stefan/Mail/Spam/cur
    sa-learn --ham --dir /home/stefan/Mail/inbox/cur
    Geändert von stefan.becker (24.04.05 um 21:11 Uhr)

  9. #9
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    6) Virenschutz in sylpheed-claws

    sylpheed-claws ist ein weiterer Mail CLient wie K-Mail und Evolution.

    Homepage: http://sylpheed-claws.sf.net/

    Einfach clamav installieren (siehe 1) - das Plugin für clamav ist standardmäßig integriert.

    Dann muss man nur unter "Einstellungen -> Plugins" -> die beiden Plugins "Clam Antivirus" und "Clam Antivirus GTK" hinzufügen.

    Danach noch unter "Einstellungen -> Andere Optionen -> Clam Antivir" die nötigen Optionen auswählen / anpassen (besonders der Ordner, in dem die Viren abgelegt werden sollen).

    (Tipp von Basti_litho)

  10. #10
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    7) Mail-Virenschutz mit F-Prot, Bitdefender und Antivir

    7.1) Lösung wie clamassassin
    Manche setzen lieber einen kommerziellen Virenscanner ein. Mir sind 3 Produkte bekannt, die für Heimanwender auch kostenfrei nutzbar sind. Hierfür habe ich das Script "clamassassin" angepasst.

    Ich habe im beiliegenden Archiv die 3 Scripte

    - antivirassassin für HBED-Antivir,
    - bdassassin für Bitdefender,
    - fprotassassin für F-Prot

    aus clamassassin abgeleitet.

    Vorgehensweise wie oben bei "clamassassin", im Filter wird halt nur z. B. "fprotassassin" aufgerufen.


    7.2) Weitere Lösung mit f-prot (von pamir)

    Das folgende Script über die Zwischenablage kopieren und im Editor einfügen, speichern als "/usr/local/bin/f-prot-mailscanner":

    Code:
    #!/bin/bash
    FPROT=/usr/local/bin/f-prot
    #erzeugung eines zufallsnamen fuer email-datei
    filename=/tmp/`dd if=/dev/random bs=1 count=8 2>/dev/null | head -1 | hex | cut -d \ -f 2-9 | tr -d \ `.mail
    #speichere email von stdin in die datei
    cat > $filename
    
    if [ "`$FPROT $filename | grep Infected`" ] ;
    then
    #wenn "infected" in der ausgabe des av-progs auftritt, dann ist die mail verseucht
    #temp-file loeschen
    rm -f $filename
    exit 1;
    fi;
    #temp-file loeschen
    rm -f $filename
    #keine viren
    exit 0
    Das Programm "hex" ist nicht bei jeder Distribution dabei, eventuell muss es nachinstalliert werden, z. B. bei Debian mit "apt-get install hex".

    Die Regel für Evolution lautet:

    - pipe message to shell command "/usr/local/bin/f-prot-mailscanner"
    - wenn result = 1 dann ist die Nachricht verseucht, löschen oder oder verschieben in einen Ordner.

    Die Regel sollte eigentlich als erste ausgeführt werden.

    Und in crontab sollte noch der folgende Eintrag zum updaten der Virensignaturen stehen:

    Code:
    0 */3 * * * root /usr/local/f-prot/tools/check-updates.pl -quiet
    (die Update-Zeit/Intervall ist in diesem fall alle 3 Stunden zur vollen Stunde)


    Hinweis zu den Scripten:

    Die Scripte sind für Evolution 1.x. Will sie jemand für Evolution 2.x einsetzen, muss man sich zusätzlich einen Wrapper bauen wie oben mit dem Script "clam_evolution".
    Geändert von stefan.becker (05.03.07 um 00:59 Uhr)

  11. #11
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    8) Spamschutz in Evolution mit bogofilter

    Bogofilter ist ein weiterer Spamkiller in der Art wie spamassassin, allerdings wesentlich performanter.

    Homepage von bogofilter:

    http://bogofilter.sourceforge.net/


    Das folgende Howto zeigt die Einrichtung von bogofilter in Evolution 1.4 an:

    http://www.linuxbandwagon.com/evolution-bayesian/


    Ab Evolution 2.22 gibt es ein Plugin zur Einbindung von Bogofilter im Standardumfang.
    Geändert von stefan.becker (05.04.08 um 20:31 Uhr)

  12. #12
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    9) Spamschutz in sylpheed-claws mit bogofilter

    Bogofilter arbeitet auch wunderbar mit sylpheed-claws zusammen:

    1. Unter "Einstellungen -> Filterung" einen neuen Filter anlegen:

    Code:
    Bedingung:
    test "(bogofilter -l -u < %F)"
    
    Aktion:
    move "#mh/Mailbox/spam"
    Nach dem hinzufügen des neuen Filters - den Filter mit dem "Anfang" Button an den Anfang setzten.


    2. In die Datei ~/.sylpheed-claws/actionsrc folgende Einträge hinzufügen:

    Code:
    Mail not Spam: bogofilter -Sn < %F
    Mail is  Spam: bogofilter -Ns < %F
    Danach kann man spam oder ham dem bogofilter manuell angeben. (unter "Werkzeuge -> Aktion").

    Zusätzlich würde ich den bogofilter ein kleines Training absolvieren lassen - sofern man den spam ordner noch hat.

    (Da ich mir die docs noch nicht ausreichend durchgelesen hab, mach ich's mir einfach, in einer for schleife):
    Code:
    for i in *; do bogofilter -l -Ns "$i"; done
    und im "ham" ordner:
    Code:
    for i in *; do bogofilter -l -Sn "$i"; done

    (Text von Basti_litho)
    Geändert von stefan.becker (08.05.04 um 16:47 Uhr)

  13. #13
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    10) On Access Virus Check

    Beim "On Access Virus Check" werden Dateien beim Zugriff geprüft. Also z. B. beim Öffnen, Schreiben oder Starten einer Datei erfolgt direkt der Virencheck. Wird ein Virus festgestellt, kann man die Datei z. B. löschen, in Quarantäne verschieben oder auch nur den Administrastor benachrichtigen.

    Damit kann man den Virenbefall im Keim ersticken (wobei das für Linux im Augenblick eher theoretischer Natur ist).


    10.1) Dazuko

    Das Herzstück ist Dazuko (steht für Datei Zugriffs Kontrolle). Dazuko ist ein Modul, dass in den Kernel integriert immer beim Dateizugriff aktiviert wird. Es bietet eine Schnittstelle, in die sich beliebige Dienste wie dann z. B. ein Antivirenprogramm einklinken können.

    Dazuko wurde ursprünglich von Antivir entwickelt, wurde aber inzwischen an die Community übergeben und unter die GPL gestellt.

    Homepage: http://www.dazuko.de/

    Installation: http://www.dazuko.de/howto-install.shtml

    Wichtig: Zur Übersetzung müssen die Kernelquellen des aktuell laufenden Kernels installiert sein!

    Bei Antivir reicht es, wenn man dazuko übersetzt. Die Konfiguration übernimmt die Antivir-Installation (s. u.).

    Liste der Anwendungen, die mit dazuko arbeiten: http://www.dazuko.de/applications.shtml


    10.2) Antivir

    Bei Antivir ist die Installation des Virenwächters menügesteuert, daher hier nur kurz ein Tip. Während der Installation wurde nach dem dazuko Modul gefragt. Hier einfach den vollen Pfad eingeben zum selbst übersetzten Modul.

    Als Verzeichnisse zum Testen kann man z. B. "/home" angeben.

    Sollte ein Virenschutz im Mailer installiert sein, sollte man das Mailerverzeichnis ausblenden (ExcludePath), also z. B. "/home/username/.evolution" nicht testen.

    Zuletzt noch beim Verschieben zur Quarantäne ein Quarantäne-Verzeichnis anlegen, z. B. "/home/unwanted".
    Geändert von stefan.becker (25.09.04 um 16:18 Uhr)

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