Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Streichung von Klassenausflügen und Projekttagen
Hallo!
Bei uns an der Schule, wie auch in vielen anderen Gymnasien in Baden-Württemberg werden außerunterrichtliche Tätigkeiten wie Klassenausflüge, Projekttage, Landschulheimaufenthalte, ... ersatzlos gestrichen, :mad: da in Baden-Württemberg die Lehrer eine Stunde mehr pro Woche für das gleiche Gehalt arbeiten müssen.
Ich wollte euch mal fragen, was ihr dazu meint.
Nicolas
PS.: Ich habe noch ein Link zu diesem Thema gefunden: http://www.lsbr.de/dokumente/030424_stellungnahme-lehrerarbeitszeit.php
frechheit..
ich bin zwar aus österreich, aber bei uns ist das fast genau so...
die lehrer jammern immer nur, dabei haben sie eh viel mehr freie tage wie andere berufsgruppen
mfg
sais
ihr wisst aber auch, das Lehrer sich vorbereiten müssen, auf die Stunde, und pro Unterrichtsstunde sitzen lehrer min. 45 min um sich vorzubereiten, dann müssen sie noch arbeiten koriegieren, kopien machen, arbeiten vorbereiten, und haben einen echt stressigen job.
Also bitte das schei*** Beamten usw geschwäft aufhören!!!! :mad:
Sowas regt mich echt auf.
Und die lehrer haben nicht viel geld, und müssen noch eine 1 h mehr arbeiten und vertretungen machen, und dann noch zu konferezen gehen. Lehrerabende machen, Elterabend.
Also bitte erst überlegen, dann posten. :mad: :mad:
Jonas
dragon's might
09.05.03, 22:53
Uff, eine Stunde mehr? Oh nein! :rolleyes:
Es fallen doch genug Stunden aus und der Unterricht ist wirklich zum, naja lassen wir das...
Ich muß jonasge zustimmen.
Als Lehrer verdient man nicht wirklich viel!
Man muß bedenken das du als Lehrer im normalfall studiert hast!
Mit ihrer Ausbildung würden sie, in den meisten Fällen, in der Industrie deutlich besser verdienen!
Außerdem steckt auch mehr Arbeit da hinter als sich 3-4h am Tag von Schülern nerven zu lassen, was ganzschön stressig sein kann!
Da braucht man auch Zeit (die Ferien) um sich mal wieder zu erholen.
Ich erinnere mich noch an meine frühe Schulzeit (5-8 Klasse) da gab es noch eine ganze Menge AGs, die man neben der Schule noch besuchen konnte. Das wurde aber auch immer weniger und dann ganz abgeschafft! Heute gibt es das in so gut wie keiner Schule mehr, oder nur noch in einem ganz kleinem Rahmen.
Das ist sicherlich eine bedenkliche Entwicklung, die Schuld aber den Lehrern in die Schuhe zu schieben ist sicher nicht richtig!
Mal ganz ehrlich, wer von euch würde wirklich Lehrer werden wollen?
Also ich würde so ziemlich jeden job machen, aber bestimmt nicht Lehrer!
jonasge, mir kommen gleich die Tränen !!!
Ich weiss zwar nicht, was du für LEhrer hast/hattest, aber ne dreiviertel Stunde pro Stunde unterricht an Vorbereitungszeit ist lachhaft !!!!
Und dank der modernen Kopierer zähl "kopieren" doch bitte nicht als Zeit, die Lehrer "arbeiten" müssen !!
Ich krieg echt nen Aggress, wenn ich seh, wieviel Ferien Lehrer im Vergleich zu jedem anderen Beruf haben und wieviel sie sich dafür erlauben können !! Und wenn ich mir dann noch so ein "die-Armen-Lehrer-Gelaber" anhören muss geht mir echt der Hut hoch !!
Vielleicht gibt es Lehrer, die sich vorbereiten, aber dazu sag ich dir 2 Dinge:
- Es gibt genug andere Leute (nimm mal die Ärzte, nicht die mit eigener Praxis, sondern "Klinikärzte") die dauernd länger schaffen müssen und von denne erlaubt es sich keiner zu meckern, wenn nen Notfall reinkommt zu sagen "Sry Jungs, ich schaff keine Stunde mehr in diesem Monat!".
- Die LEhrer die sich wirklich vorbereiten sind der kleinste Teil und somit ist es nicht verkehrt den Lehrern die Stunde aufzudrücken, die sie sowieso schaffen müssten und es nur nicht tun!!
Zusammenfassend: Sowas können sich auch nur Lehrer erlauben....
MfG Markus
Ps: Auf unserem Gymnsium gibt es ziemlich genau 2 AGs...
Und nochwas: Es geht hier nicht um irgendwelche Schuldfragen !
Hier mal ein Beitrag einer Hauptschullehrerin zum Thema Schulen und Beamte aus einem anderen Forum (www.userchannel.de):
(Lest es euch bitte WIRKLICH durch und macht euch ERNSTHAFT Gedanken zu dem Thema, bevor ihr lospoltert!)
Sicherlich, und gerade in Zeiten wie diesen ist ein sicherer Arbeitsplatz enorm viel Wert. Meine Einstellung hat sich da in den letzten Monaten auch etwas geändert. Ich muss zugeben, ich hatte oft mit dem Gedanken gespielt, etwas anderes zu machen. Nicht, weil mir der Beruf an und für sich nicht Spaß gemacht hätte, sondern weil mein Arbeitgeber einem nicht selten geärgert hat.
Aber nun zu dem eigentlichen Sachen - und ich muss sagen, ich kann da nur von mir, meinen Beobachtungen und dem System in Bayern ausgehen.
Die schulische Situation vor Ort, also Gebäude, Lehrmittel, Klassenstärken und auch an den meisten Schulen die Schüler sind hier im Vergleich zu anderen Bundesländern sicherlich noch relativ gut.
Trotzdem kann auch ich nicht die Augen davor verschließen, dass an jeder Schule, die ich kenne, auch ausgebrannte Lehrer sind.
Ausgebrannte Lehrer = unfähige Lehrer?
Die Frage ist, wie kommt es dazu? Denn es sind nicht nur die Lehrer, die diesen Beruf besser nicht hätten ergreifen sollen - da gibt es leider auch in jedem Kollegium mindestens einen. Und ich muss sagen, das finde ich schlimm. Und da gebe ich dem Artikel recht, dass dies schon den Studenten an der Uni gesagt werden muss. Wir hatten an unserer Uni als Modellversuch eine Ausbildung mit einem hohen Praxisanteil. Da wurde schon den ein oder anderen Studenten gesagt, er sei nicht geeignet. Aber solange man da keine Handhabe hat, ihn das Weiterstudieren zu verwehren, wird es immer welche geben, die denken, dass sie doch geeignet sind. Ich habe auch erlebt, dass es später, wenn das erste, rein theoretische Staatsexamen ganz gut gelaufen ist, sehr schwer ist, dass jemand nach dem zweiten Staatsexamen durchfällt, denn in der Staatsnote zählt das erste Examen mit.
Ich erlebe aber auch Kollegen, die völlig ausgebrannt sind, sich nicht mehr engagieren, teilweise einen wirklich fast schon nicht mehr hinnehmbaren Umgang mit den Schülern haben, die aber früher wohl hoch engagierte Lehrer voller Idealismus und Freude gewesen sind. Das höre ich oft, wenn man mit Eltern spricht, die den Lehrer teilweise früher selbst positiv erlebt haben oder mit ehemaligen Schülern, die von dem Kollegen schwärmen und gar nicht verstehen könnnen, dass er nun so einen schlimmen Ruf als Lehrer an der Schule hat.
Mögliche Gründe für das Ausbrennen
Ausbildung entspricht nicht mehr den Anforderungen
Wenn man ein junger Lehrer ist und man solche Kollegen sieht, dann überkommt einen schon mal die Angst, dass es einem eines Tages genauso ergehen könnte.
Und ich habe darüber auch schon nachgedacht. Es stimmt, dass die Schüler heute sicherlich schwieriger sind als vor 30 Jahren. Das hat auch damit zu tun, dass der Lehrer in der heutigen Gesellschaft kein Ansehen mehr hat und andererseits sich unsere gesellschaftlichen Strukturen und auch ethischen Ansichten sehr verändert haben. Ein Problem ist, dass das Studium dem nicht Rechnung trägt. Unsere Hauptfächer sind immer noch Schulfächer. Zumindestens im Volksschulbereich ist das Blödsinn. Hohe Mathematik und Althochdeutsch werde ich in der Schule nie brauchen. Natürlich muss ich in den Fächern bewandert sein, doch an Volksschulen, also Grund- und Hauptschulen, liegt der Schwerpunkt wirklich auf der Sozialerziehung. Da sollte die Schulpädagogik oder -psychologie das Hauptfach sein. So bekommen wir in der ganzen universitären Ausbildung keinerlei Werkzeuge, keinerlei Hilfen wie man mit den Schülern umgeht. Und zwar mit Schülern, bei denen ein Großteil der Elternhäuser kaputt sind, die nachmittags oft schon im Alter von sieben Jahren bis abends, wenn die Mutter von der Arbeit kommt, auf sich alleine gestellt sind. Mit Schülern, die verhaltensgestört sind und mit Schülern, die von zu Hause her keinerlei Sozialverhalten mitbekommen haben. Ich sage ganz klar, wenn ich nicht in die Richtung ein Gespür hätte, wenn ich nicht schon als Jugendliche Erfahrungen in der Leitung von Jugendgruppen gemacht hätte, dann hätte ich mich vielleicht auch manchmal überfordert gefühlt.
Fehler im Schulsystem
Man muss ich nur überlegen, dass z.B. hochgradig verhaltensgestörte Schüler, wenn man sie endlich einmal auf eine Förderschule für ihre Bedürfnisse gebracht hat - was ohne die Zustimmung der Eltern fast unmöglich ist, manchmal nach einem Monat wieder zurückgeschickt werden, weil sie dort für untragbar gehalten werden. Förderschulen sind keine Regelschulen. Das heißt, obwohl die Lehrer dort extra für solche Fälle ausgebildet worden sind und deutlich mehr verdienen als ein normaler Hauptschullehrer, können sie Schüler der Schule verweisen. Und wo kommen diese dann hin? An die Hauptschule als Regelschule, die muss die schulpflichtigen Schüler nämlich nehmen!
Da zweifelt man dann schon ab und zu am System. Als ich noch Referendarin im ersten Jahr war, hatte mein Betreuungslehrer so einen Fall in der Klasse. Der Schüler sprang plötzlich auf den Tisch, hüpfte von Tisch zu Tisch, sprang wie eine Flunder an die Wand und riss im Heruntergleiten die Wanddekorationen ab. Oder er nahm plötzlich im Unterricht unvermittelt Anlauf und rannte mit dem Kopf gegen die Tafel, dass diese - eine glasbeschichtete Tafel - zersprang. Es gab praktisch keinen Tag, an dem dieser Schüler nicht irgend soetwas gebracht hätte. Die Förderschule für solche Fälle behielt ihn gerade einmal eine Woche. Dann hatte er dort einen Stuhl zerschlagen. Und nun ratet mal, wo er wieder hingekommen ist!
Und das ist kein Einzelfall. Schüler diese Kalibers hat man bei ca. 400 Schülern in 17 Klassen zwischen 7 und 15. Dazu kommen die Schüler mit anderen Verhaltensstörungen. Es gibt bei uns eine Klassenstufe, da gibt es so viele dieser Schüler, dass die "normalen" Schüler inzwischen extrem darunter leiden.
Doch ich muss sagen, ich habe in diesem Bereich, zumindestens bisher, keine Probleme gehabt. Ich will damit sagen, es hat mich persönlich nicht belastet hat. Vielleicht auch, weil ich über die Computer noch etwas besser an diese Schüler herankomme.
Umgang des Staates mit seinen Bediensteten
Was mich aber schon des öfteren belastet, ist das System. Also wie der Staat als Arbeitgeber mit einem umgeht. Da habe zumindestens ich das Gefühl, dass man als Staatsdiener ganz schon veräppelt und auch allein gelassen wird.
In der Wirtschaft werden Berufsgruppen mit starken Belastungen Angebote gemacht, wie z.B. Supervision oder auch Anlaufstellen, wo man seine Probleme mal abladen kann. Dei Arbeitgeber in der WIrtschaft sind daran interessiert, die Arbeitskraft ihrer Arbeitnehmer zu erhalten. Beim Staat ist das nicht so. Im Gegenteil, in manchen Schulamtsbezirken hat man das Gefühl, dass Lehrer, die zugeben, dass sie Probleme haben, komisch angeschaut werden und dies auch bei Beurteilungen und Funktionsämtern merken.
Bei uns ist das nicht der Fall. Aber es ist witzig, wenn die Regierung die Einrichtung einer Supervisionsgruppe an Schulen empfiehlt, dafür aber nicht einmal teilweise die Kosten übernehmen will. Es scheint so, als hätte der Staat keinerlei Interesse daran, seine Arbeitnehmer motiviert und arbeitsfähig zu halten. Aber dann jammern, dass ausgebrannte und aus gesundheitlichen (oft psychischen) Gründen Frühpensionierte den Staat soviel Geld kosten.
Beispiel dienstliche Beurteilung
Da wurde vor einigen Jahren ein neues Beurteilungssystem erdacht. Wenn das so in der freien Wirtschaft gewesen wäre, hätten die Gerichte das zerlegt. An jeder Schule, in jedem Schulamtsbezirk musste ein gewisser Schnitt bei allen Beurteilungen eingehalten werden. Das heißt, dass es ein Punktesystem gab mit einem Mittelwert. Der war, glaube ich, 9 Punkte. Wenn nun ein Lehrer 10 Punkte bekommen hat, musste ein anderer weniger als 9 Punkte bekommen, dass der 9-Punkte Schnitt nicht überschritten wurde. Was macht man aber nun in einem Bezirk, in dem es einfach mehr engagierte, gute Lehrer gibt? Da passieren dann solche Sachen wie bei uns, dass der Schulrat mit einer Kollegin gesprochen hat. Sie wäre wirklich eine gute Lehrerin, aber sie habe nur Teilzeit und habe auch gesagt, sie wolle nie etwas andere machen. Deshalb müsse sie verstehen, dass er ihr nur 8 Punkte gibt. So könne er einem anderen Lehrer, der eventuell eben später für Funktionsstellen bereit stehe und geeigent sei, die passende Punktezahl geben.
Es hat sich auch so eingespielt, dass Berufsanfänger bei uns nie eine sehr gute Bewertung erhalten können. Das kommt wirklich nur alle Jubeljahre vor. Doch ist das motivierend, dass man zwar weiß, das befriedigend oder sogar ein gut als Berufsanfänger ist schon ein Lob, aber es steht halt da, dass die Leistungen durchschnittlich sind?
Nun haben sie das Beurteilungssystem zwar ausgesetzt, aber verschleppen die Einführung eines neuen. Hintergrund ist auch klar: Es stehen weniger Leute zur Beförderung an. Oder bei uns im Hauptschulbereich bedeutet das, dass man eben erst ein paar Jahre später Konrektor oder Rektor werden kann.
Beispiel Beförderung
Wer bei uns nun eine Funktionsstelle mit höherer Dotierung übernimmt, arbeitet erst einmal mindestens zwei Jahre in der Funktion, ohne höhere Bezüge zu bekommen. Ich möchte den in der Wirtschaft sehen, der sich das gefallen ließe und nicht vor Gericht recht bekäme. Wir müssen die Zähne zusammen beißen.
Bespiel Willkür
Für die Beschneidung der Freiheiten, die ein Beamter hat, hat im Gegenzug der Staat eine grundgesetzlich festgeschriebene Fürsorgepflicht für seine Staatsdiener. Nur leider lässt die in den letzten Jahren immer mehr zu wünschen übrig. Da ist eine junge Kollegin, die durch Machenschaften ihre Exmannes, als sie noch verheiratet waren, hochverschuldet ist. Sie lebt praktisch am Existenzminimum und kann sich kein Auto leisten. Andererseits kann man hier innerhalb der Schulzeiten nicht alles Schulen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Sie wurde im letzen Jahr mobil gezogen. Das heißt, sie ist ein Springer, wenn ein Lehrer krank ist. Dazu muss man aber ein Auto haben, denn früh bekommt man Bescheid, wo man um 8 Uhr sein muss. Das hat die Herren in der Regierung aber nicht gestört. Es gab für die Kollegin einen riesen Ärger. Verbandsvertreter setzten sich für sie ein, der Schulrat nannte das Ganze einen Irrsinn. Doch die hohen Herren ließen sich nicht beirren. Die Ortsgruppe des Verbandes hat schließlich einen Autodienst eingerichtet, dass die Kollegin für das Jahr immer ein Auto zur Verfügung hat. Das sind Autos der Ehefrauen von Kollegen oder pendelnde Kollegen, die sie dann anrufen kann.
Ein weiteres Beispiel: Krankenversicherung
Ich sehe in den heutigen Zeiten durchaus ein, dass die Beihilfe, also praktisch so etwas ähnliches wie der Arbeitgeberanteil der Krankenkasse, ihre Leistungen beschneidet und sie auf ein Niveau der gesetzlichen Krankenkasse gesenkt wird. ABER:
Wieso steht plötzlich im Raum, dass dies weit unter die Leistungen der gesetzlichen gefahren werden soll? Wenn der Plan durchgekommen wäre, dann hätten die über 50-Jährigen und Pensionisten teilweise zwischen 1000 und 1500 Euro Monatsbeiträge zahlen müssen. Gut, das ist nun vom Tisch, aber allein dass man daran gedacht hat, zeigt doch, welche Einstellung der Staat zu seinen Staatsdienern hat.
Dafür hat er bei den durchgesetzten Beschneidungen mal wieder typischen Mist gebaut. Vor kurzem wurde bekannt gegeben, dass die Beihilfe nicht mehr wie bisher die Chefarztbehandlung und die Kosten für das Doppelzimmer übernimmt. Wie gesagt, angesichts der Lage heutzutage und im Vergleich mit gesetzlich Versicherten sehe ich das ein. Doch warum bekommen wir erst einige Wochen nach Inkrafttreten der Regelung davon Bescheid? Wenn man in der Zeit im Krankenhaus gelegen hätte, dann wäre man davon ausgegangen, dass die Kosten für Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung übernommen worden wären. Dann hätte man hinterher schön dumm geschaut, wenn man für jeden Tag 60 Euro Minimum hätte zuzahlen müssen. Und ich denke, es wäre zumindestens sehr schwer geworden, sich da Recht zu verschaffen.
Nett auch der Fall Klassenreise
Da steht im Jahr ein Topf für die Lehrer zur Verfügung. Nun muss man wissen, dass der Staat Klassenreisen durchaus befürwortet. Eine Klassenreise ist für einen Lehrer immer eine Dienstreise. Doch wenn der Topf leer ist, bekommt der Lehrer die Reisekosten nicht ersetzt. Er kann noch auf einen Teilbetrag zu beginn des nächsten Schuljahres rechnen, aber sicher ist das nicht. Zu der Zeit, zu der man die Klassenreisen bucht, kann man übrigens nicht wissen, ob man seine Reisekosten erstattet bekommt oder nicht. Der Lehrer bezahlt die Reise also nicht selten für sich aus der Privattasche und steht gleichzeitig mit einem Bein immer im Knast. Denn wenn auf so einer Reise einaml irgendwas passiert, dann kann man damit rechnen, dass einem vor Gericht eine Aufsichtspflichtverletzung vorgeworfen wird. Die kann man praktisch bei knapp 30 Schülern und zwei Aufsichtspersonen immer konstruieren. Ich kann schließlich 16-jährige Schüler nicht wie Hunde am Halsband durch die Gegend führen.
Jeder dieser geschilderten Vorfälle lässt einen die Faust in der Hosentasche ballen. Und ich muss sagen, in den 6 Jahren, in denen ich in Klassenzimmern stehe, hatte ich manchmal schon eine gehörige Wut auf meinen Arbeitgeber wie er mit mir oder Kollegen umgegangen ist. Und ich denke, das ist es auch, was nicht wenige Kollegen mit zermürbt. Es ist doch schon seltsam, dass es zumindestens in meinem Umfeld fast keinen jungen Kollegen gibt, der nicht irgendwo versucht, sich ein zweites Standbein aufzubauen, auf dass man notfalls zurückgreifen könnte.
Zu der Arbeitsbelastung
Da muss ich Elmar recht geben. Es gibt Lehrer, die absolute Minimalisten sind. Ich kenne z.B. einen Gymnasiallehrer, in dessen Folien für Erdkunde -> Deutschland immer noch die DDR eingezeichnet ist (nein, es ist keine geschichtliche Karte ). Es gibt Lehrer, die halten Frontalunterricht mit irgendwelchen vorgefertigten Unterrichtsstunden. Und es gibt Lehrer, deren Korrekturen so minimalsitisch sind, dass kein Schüler erkennen kann, was er falsch gemacht hat.
Doch unser Beruf ist ein Sozialberuf und wie alle anderen Berufe in diesem Bereich muss man schon Idealist sein. Auch bei der Bezahlung - zumindestens im Hauptschulbereich. Wenn ich alles einrechne, was ich für die Schüler so mache, dann komme ich in der Woche auf jeden Fall weit über 40 Stunden. Gut, ich kann sie mir nachmittags zeitlich frei einteilen, aber irgendwann am Tag muss ich die Arbeit machen.
Allerdings muss ich sagen, wenn mal wieder irgend so einen Vorfall wie einige oben aufgezählt wurden, war, der mich selbst betrifft, dann schießt es einen schon mal durch den Kopf, nur noch Dienst nach Vorschrift zu machen. Denn als Beamter fühlt man sich seinem Arbeitgeber auch irgendwie hilflos ausgeliefert.
Hätte ich nicht das positive Feedback der Schüler und Eltern, hätte ich niemanden, der mich in meiner Arbeit motiviert, denn mein Arbeitgeber zieht mich eher runter. Und das ist doch eigentlich traurig, wenn man das sagen muss, oder?
Wie auch immer, bis jetzt macht mir mein Beruf meistens großen Spaß. Sollte das nicht so sein, mache ich etwas anderes. Es ist heutzutage wirklich wichtig, dass man im Hintergrund noch etwas hat, auf das man zurückgreifen könnte, einfach um sich frei zu fühlen, wenn dem Staat mal wieder Unsinn einfällt.
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Gruß Nanni
dragon's might
09.05.03, 23:32
@msc79
Ein wirklich interessanter Text, danke!
@ Da.Bull
Deine "Stammtischparolen" sind ebenso blödsinnig wie die ständigen Belastungsargumente von Lehrern. Daß die Bildungssituation momentan nicht rosig ist weiß jeder, aber dann nur aufeinander verbal einzuschlagen ist so ziemlich die schlechteste Lösung. Was jetzt zählt, ist die Suche nach Lösungen und die Initiative von Lehrern, Schülern und Eltern, auf mehr Geld und/oder Unterstützung von Väterchen Staat brauchen wir voraussichtlich erst einmal nicht mehr hoffen.
Thomas
P.S.: Hast du eigentlich den Text der Hauptschullehrerin gelesen?
tobias-schrader
10.05.03, 00:19
@Da.Bull
Ich weiß ja nicht was du für Lehrer hast/hattest ;), irgendwie kommt es mir so vor, als ob dir einige Lehrkräfte mal heftig auf den Schlips getreten sind.
So unbeliebt manche Lehrer auch sein mögen, man sollte immer berücksichtigen, dass angehende Lehrkräfte ein abgeschlossenes Studium und Referendariat hinter sich haben. Während dieser Zeit (4,5 Jahre Studium und gut 2 Jahre Referndariat ?) haben Angehörige anderer Berufsgruppen schon eine ganze Menge Geld verdient. Dann müssen sie erst mal eine Stelle bekommen - und hier geht es los: Oftmals werden keine Vollzeitstellen angeboten. Mitunter sind die wenigen brauchbaren Stellen dann sogar noch befristet. Möchte man eine Familie ernähren, ist der Umzug in ein anderes Bundesland oft unumgänglich (hat man vor einiger Zeit gesehen, als Hessen mit Vollzeitstellen niedersächsische Lehrkräfte "abgeworben" hat). Durch den Umzug sind dann schlagartig alle sozialen Kontakte weg.
Nun sollte man sich die Situation an den Schulen anschauen. Probleme machen im Regelfall nicht die Lehrer - sondern die Schüler. An Gymnasien, Realschulen und Grundschulen ist es zwar noch nicht so extrem - aber schau dir mal die Situation an Hauptschulen oder an manchen berufsbildenden Schulen an. Hier gibt es nicht selten ein erhebliches kriminelles Potential der Schüler, dem sich Lehrkräfte verständlicherweise sicher nicht gerne aussetzen. Ich spiele hier ausdrücklich nicht auf Kiffen und die üblichen Jugendsünden an. Nach den Erfahrungen von Erfurt u.s.w. würde ich es doch als sehr belastend empfinden, wenn mir ein Schüler mit "Konsequenzen" droht, falls er (natürlich nur) aufgrund meiner schlechten Bewertung seinen Abschluss nicht bekommt.
Hinzu kommt, dass Lehrer von vielen gesellschaftlichen Gruppen geradezu verspottet werden. So regt man sich nach einigen Bierchen am Stammtisch über die lange Ferienzeit und die bloß halbtägige Beschäftigung auf. Darüber, dass man dadurch in seiner Urlaubsplanung äußerst eingeschränkt ist, verliert man kein Wort. Natürlich muss man nachmittags kommende Lehrveranstaltungen vorbereiten, Klausuren korrigieren u.ä. Schön ist es übrigens auch, wenn man Ehepartner und womöglich kleine Kinder für eine Klassenfahrt mal eine Woche alleine lassen darf. Selbstredend ist so eine Klassenfahrt dann auch die völlige Entspannung für alle Lehrkräfte.
Dann kommt das Verhalten mancher Schüler, Eltern (bei Problemen ist niemals das eigne Kind schuld), Politiker und aller anderen (z.B. Leuten wie dir) hinzu und fertig ist der Traumberuf. Man kann ferner kaum davon ausgehen, dass der Lehrer auch noch das 50. Mal mit voller Begeisterung die Mitose erklärt - irgendwann wird halt alles langweilige Routine. Auch kann kaum ein Lehrer seinen Unterricht frei gestalten (Stichwörter: Kreativität, Abwechselung ...). Es gibt Lehrpläne und der Schulleiter achtet im Regelfall auf dessen Einhaltung. Bei möglichen Abweichung gibt es dann schnell einen Rüffel.
Dazu sollte man berücksichtigen, dass der Lehrer auch für Kinder, deren Eltern immer weniger Zeit haben, Ansprechpartner bei Problemen sein soll (z.B. sollte ein Eingriff bei Mobbing-Aktivitäten der Schüler erfolgen).
So, nachdem das geschrieben wäre (ich bin übrigens selbst KEIN Lehrer und auch mit keiner Lehrerin verheiratet), will ich mich abschließend noch einmal kurz auf dein Posting beziehen. Indem du den Lehrern die Klinikärzte gegenüberstellst, vergleichst du Äpfel mit Birnen. Deine Kritik geht im Ergebnis völlig fehl. Ich fand die Lehrer zu meiner Schulzeit auch in jeder Hinsicht unsympathisch - aber man sollte doch wenigstens Objektivität wahren.
Original geschrieben von jonasge
ihr wisst aber auch, das Lehrer sich vorbereiten müssen, auf die Stunde, und pro Unterrichtsstunde sitzen lehrer min. 45 min um sich vorzubereiten, dann müssen sie noch arbeiten koriegieren, kopien machen, arbeiten vorbereiten, und haben einen echt stressigen job.
Also bitte das schei*** Beamten usw geschwäft aufhören!!!! :mad:
Sowas regt mich echt auf.
Und die lehrer haben nicht viel geld, und müssen noch eine 1 h mehr arbeiten und vertretungen machen, und dann noch zu konferezen gehen. Lehrerabende machen, Elterabend.
Also bitte erst überlegen, dann posten. :mad: :mad:
Jonas
Wenn ich an Ärtze, Piloten, Flugverkehrüberwacher, Bauarbeiter, Stahlarbeiter
oder Bergarbeiter denke, dann haben die Lehrer im Vergleich wirklich einen sehr stressfreien Job.
Original geschrieben von tobias-schrader
Darüber, dass man dadurch in seiner Urlaubsplanung äußerst eingeschränkt ist, verliert man kein Wort.
Das ist kein Argument.
Eltern mit Kinder sind ebenfalls in der Urlaubsplanung eingeschränkt.
Flightbase
10.05.03, 04:29
ich finde es immer wieder köstlich wie sich alle über die lehrer zerreissen.
bei uns in der fam bin ich quasi mr. kernel panic: mutter, vater, schwester, oma, opa durch die bank weg lehrer.
ich äüßere mich nicht dazu wieviel meine fam in der schule ackern muss - und was dann noch zu hause anliegt. 1. weil ich ja befangen bin. und 2. weil jeder halbwegs clevere mensch das eh weiß.
kommen wir mal zum leben eines lehrerkindes... telfon klingelt, man geht ran - will gerade seinen namen sagen und wird promt abgwürgt: "wieso hat mein sohn eine 5? das ist völlig ausgeschlossen. sie idiot ham den beruf verfehlt - ich kenne mein kind - das seinen mitschülern um welten vorraus und" *klein flightbase legt auf*
hmm es ist samstag morgen 8 uhr. ok - alles klar.
oder was anders: schön einem schüler ins heft geschrieben:
"würden sie ihrem kind bitte erklären, dass seine mitschüler keine "blöden fot*en" oder "tierfic*ende fehlgeburten" sind?"
ich mein in der dritten klasse is sowas schon ne benachrichtigung wert. es dauert nicht lange, da klingelt das telefon: "so jetzt hörn`se mir ma zu sie penner - also erstens kaufen sie meinem sohn ein neues schulheft. ich sehe es nicht ein, dass sie papier auf unsere kosten verbrauchen. und jetzt mal auf klartext: SIE sind der pädagoge nicht ich. sehen sie zu, wie sie das lösen."
das lustigste an den gesprächen ist immer, dass man irgendwie nie dazu kommt seinen namen zu sagen - damit der anrufer weiß: "hmm klingt wie ein kind" - oder dass man sagen kann - ja ne moment ich bin der sohn - wen wollen se denn sprechen? mutter vater schwester?
noch nen klassiker: 2te klasse grundschule... lehrerin zu dem zeitpunkt anfang 50... "könntest du bitte aufhören in meinem unterricht gameboy zu spielen? sollte das nicht möglich sein, landet das ding bis zum schulschluss in meinem schreibtisch" schüler aus der !2ten! klasse: "maul alte fot*e du hast hier nix zu melden."
anruf bei den eltern: "haun se ihm doch eine runter - alles andere bringt eh nix"
wir lernen: bei schwierigen schülern ist eine kontaktierung der eltern nahezu überflüssig, da die kinners das ja "irgendwo" her haben.
dann wäre da noch der "is mir egal schüler" ... macht nur unfug, lenkt andere ab, läßt sich nix sagen. anruf bei den eltern bestätigt die oben geschriebene these. ok was macht man? anmotzen? wird ignoriert oder es kommt ne beleidigung zurück. verkloppen? darf man ja nimmer. schlechte noten? völlig egal. eintrag ins klassenbuch? who cares? öhm ja.. was bleibt da noch groß?
es heißt immer, dass lehrer nen kurzen arbeitstag haben und nachmittags schön die füße hochlegen. dafür bekommen sie uuuuunmengen an geld und haben bis auf wenige wochen eh das ganze jahr frei.
schonmal an die nerven gedacht? auch sowas ist arbeit. dank riesig großen löchern sind die klassen so groß wie früher geworden. 28 schüler in einer klasse sind absolut normal. mit dem kleinen nachteil, dass die schüler 0 respekt mehr vor lehrern haben und um längen frecher geworden sind.
wer sich schon mal über nervige kleine quälgeister aufgeregt hat, stelle sich jetzt bitte mal vor mir 28 von diesen kleinen teufeln den ganzen vormittag in einem klassenraum eingesperrt zu sein. das ist bestimmt der wunsch von jedem. is doch toll.
ok, nachdem was ich oben gelesen habe, wirds jetzt hier leute geben die sich denken "ach das is doch alles halb so wild - lehrer ham nen ruhiges leben."
diesen leuten sei eins gesagt:
wenn das alles so toll ist - warum seid ihr dann keine lehrer?
-zu wenig grips für nen studium?
-so leicht geld verdienen - wie erklär ich das meinen nachbarn?
-kein bock auf die nervenden gröen? ach ne das is ja nen lauer job!
-ich arbeite lieber 8 stunden körperlich! warum dann das gemecker?
-nicht mal die eigenen kinder im griff - wie soll ich das mit 28 oder mehr machen? soso lauer job
mit den wortn mach ich mir keine freunde - aber ich würde gerne wissen, warum die kritiker keine lehrer sind.
@ da.bull:
schleswig sucht lehrer wie bekloppt - deine chance auf nen dauerurlaub.
zu den ärzten: stimmt - die machen die praxis einfach zu, wenn das quartal erfüllt ist.
@ Catonga:
bei fluglotsen gibts die gleichen probleme wie bei lehrern: mit ende 50 sind die nerven durch.
mit dem unterschied, dass fluglotsen mit knapp 55 in rente gehen - lehrer mit 65
zu piloten sag ich jetzt mal lieber garnix - sonst werd ich am wochenende erschlagen ;P
usw. usf.
nicht rumheulen - holt euch diesen traumjob!
oh je, Nik
Original geschrieben von tobias-schrader
Nun sollte man sich die Situation an den Schulen anschauen. Probleme machen im Regelfall nicht die Lehrer - sondern die Schüler.
Und warum ist das so?
Weil viele Lehrer aus einer Maus einen Elefanten machen.
Die regen sich einfach über jeden Blödsinn auf und genau das gefällt den Schülern wenn sie merken
das sie damit den Lehrer zur Weißglut bringen, also machen sie weiter und versuchen den Lehrer bis an sein Limit zu bringen.
Von meiner Schulzeit weiß ich z.B., daß die Lehrer, welche das einfach etwas lockerer genommen haben die wenigsten Probleme mit den Schülern hatten.
Manche Lehrer haben schlichtweg den falschen Job gewählt.
Original geschrieben von tobias-schrader
aber schau dir mal die Situation an Hauptschulen oder an manchen berufsbildenden Schulen an. Hier gibt es nicht selten ein erhebliches kriminelles Potential der Schüler, dem sich Lehrkräfte verständlicherweise sicher nicht gerne aussetzen.
Das ist wieder ein ganz anderer Fall.
Hier fehlen in der Regel die Eltern wenn die Kinder noch sehr jung sind, weil beide Elternpaare z.B. arbeiten müssen, die Frau sich vom Mann scheiden hat lassen und mit der Kindererziehung allein überfordert ist oder irgendwelche andere Probleme.
Da hilft kein Lehrer sondern nur mehr geeignetes Personal.
Original geschrieben von tobias-schrader
Nach den Erfahrungen von Erfurt u.s.w. würde ich es doch als sehr belastend empfinden, wenn mir ein Schüler mit "Konsequenzen" droht, falls er (natürlich nur) aufgrund meiner schlechten Bewertung seinen Abschluss nicht bekommt.
Bei Erfurt haben die Lehrer meiner Meinung nach ziemlichen Mist gebaut, so daß es erst zu dieser
Tat kam.
Als die Lehrer festgestellt haben, daß der Schüler die Unterschriften fälscht haben sie
schlichtweg wie bei Lehrern oft üblich völlig falsch reagiert.
In diesem Fall verweist man den Schüler nicht von der Schule sondern läßt ihn die Klausur einfach noch einmal schreiben.
Denn es sollte offentsichtlich sein, das der Schüler mit der Klausur überfordert war und daher
Schwänzen als Lösung für dieses Problem gesehen hat.
Jedenfalls war das von der Schule Verweisen völlig falsch, weil wenn man sich das genau überlegt
dann ist es doch genau das, was der Schüler doch durch das Schwänzen verhindern wollte,
wenn es ihm egal gewesen wäre, dann hätte er ja nämlich auch genauso gut einfach lauter 6 er schreiben können anstatt auf umständlichen Weg die ganzen Unterschriften zu fälschen.
Im Hinblick darauf, daß dann auch noch dazu kommt, daß der Schüler bei einem Schulverweis dann auch noch nichtmal einen Realschulabschluß hat weil das in Türingen so ist obwohl er schon in der
12 Klasse ist dann braucht man sich nicht wundern wenn der Schüler auf die Lehrer stinksauer war.
Gut, das er dann Amok läuft kann man nicht wissen, aber man sollte schon wissen das man damit dem Schüler 1-2 Jahre Lebenszeit völlig versaut hat! :mad:
Wenn sich manche Lehrer etwas besser in die Denkweiße der Schüler hineinversetzen könnten, dann wäre
es zu so etwas wie Erfurt sicher nicht gekommen.
Ich hätte den Schüler auf jedenfall wegen so etwas banalem wie Unterschriftenfälschung ganz sicher nicht von der Schule verwiesen sondern ihn erstens eine zweite Chance (oder auch dritte, manche brauchen halt mehr Zeit) gegeben und zweitens ihn mal gefragt wie er sich selber das eigentlich so vorstellt.
Bezüglich Lehrerausbildung sollte man die Lehrer schon in der Ausbildung bis ans Limit bringen
um herauszufinden ob sie überhaupt belastbar sind, weil das halte ich für eine Grundvoraussetzung für so einen Job.
Flightbase
10.05.03, 04:35
belastbar für so einen job?
das is urlaub!
Original geschrieben von Flightbase
ok, nachdem was ich oben gelesen habe, wirds jetzt hier leute geben die sich denken "ach das is doch alles halb so wild - lehrer ham nen ruhiges leben."
diesen leuten sei eins gesagt:
wenn das alles so toll ist - warum seid ihr dann keine lehrer?
1. Weil ich eine völlig andere Mentalität als die der typischen Durchschnittslehrer habe
und daher nicht solche Personen auch noch als Kollegen haben möchte.
Kurz gesagt, ich und andere Lehrer das wäre nicht kompatibel. :)
und
2. weil ich als Lehrer meine eigenen Interessen nicht verwirklichen kann.
Soll heißen:
Bevor ich Lehrer werden würde, würde ich eher versuchen Bundeskanzler zu werden.
Original geschrieben von Flightbase
-zu wenig grips für nen studium?
Das nicht, aber ich stelle es mir schwierig vor sich bei den Prüfungen im Studium
in eine Person zu versetzen die eine Lehrermentalität vorspielen kann,
damit ich mit den Professoren kompatibel bin und
ich daher überhaupt die Möglichkeit habe gute Wertungen von den Professoren und Prüfern
zu bekommen. :)
Kurz gesagt, ich sage A) weil ich von dieser Meinung völlig überzeugt bin während
die Professoren/Prüfer aber B) hören wollen.
Halt eben inkompatibel.
Und bei solchen Sozialen Fächern wo es sowiso immer zu Unterschiedlichen Meinungen kommt gibt
es halt keine eindeutigen Regeln, also kann man nur das sagen was die Prüfer hören wollen
oder hat eben Pech gehabt.
Nun will ich mich auch mal zu dem Thema äußern:
1. Ist es nichts besonderes studiert zu haben, das wäre ja auch noch schöner, wenn der Chef später sagen würde, "Bedenken Sie doch der Herr Müller musste studieren, deswegen braucht er nicht so viel zu arbeiten." Bitte wo gibt es denn sowas??? Wäre natürlich toll, dann brauch ich nach meinem Studium keine Mühe mehr zu investieren, aber so läuft das leider nun mal nicht.
2. Haben die meisten Lehrer nach ein paar Jahren schon so viele Vorbereitete Themen in der Schublade, dass es ein leichtes ist, das wieder zu benutzen. Bitte wo gibt es sowas denn noch? Nirgends! In fast allen anderen Berufen, muss man immer wieder aufs neue kreativ sein, und Arbeit investieren, aber wenn ich ein fertiges Konzept zu einem Thema habe, dann verwerfe ich das doch nicht jedes mal.
3. Hui Hilfe, dass die Eltern anrufen und sich über die Noten aufregen, oh Gott, hoffentlich überlastet das die armen Lehrer nicht. Ich weiß nur, dass mein Vater morgens um 7 Uhr zur Arbeit fährt, und meist nie vor 9 Uhr abends zu Hause ist, und der beschwert sich _nie_ über zu viel Arbeit. Ich möchte ja nicht wissen, wie oft dann ein Durchschnittslehrer schon geächzt hätte...
4. Ist es meiner Erfahrung nach Tatsache, dass die Lehrer in den Schulferien nichts anderes machen, als frei, und bitte, welche Berufsgruppe kann sich denn sowas erlauben?
5. Wenn Lehrer wirklich so viel leisteten, wie hier immer erzählt wird, warum sind die deutschen Schüler dann alle so schlecht im internationalen Vergleich? Das würde ja bedeuten, dass alle dt. Schüler Vollhirnis sind, und nur durch die enormen Anstrengungen der Lehre überhaupt etwas lernen würden. (Klingt nicht sehr realistisch, oder?)
6. Leben Lehrer unter einer Glasglocke, genau wie Universitätsprofessoren u.ä. da wird Arbeit vermieden, wie und wo es nur geht, weil gekündigt wird man ja eh nicht. Man brauch sich auch keine Sorgen zu machen, dass die Schule plötzlich pleite ist, sowas kommt nicht vor.
7. Sollte einem wohl vorher klar sein, dass es nicht unbedingt einfach ist, einen Haufen von 30 oder mehr Kindern/Jugendlichen zu bändigen, schließlich weiß ja wohl jeder aus eigener Erfahrung, wie schlimm Kinder/Jugendliche sein können.
8. Wird niemand zur Ausübung dieses Berufes gezwungen, wenn man damit nicht klar kommt, dann soll man eben was anderes machen.
fs111
Flightbase
10.05.03, 14:41
es geht eigentlich nur darum, dass man mal drüber nachdenkt, dass lehrer nicht nur faul sind.
ich mache nie unter 80 stunden die woche - aber lehrer würde niemals werden wollen. die urlaubszeiten sind wohl ehr durch die schüler bedingt. nach X jahren muss man nichts mehr machen... na ok. wenn du meinst...
neue rechtschreibreform. kannst du sie? komplett? ehr nicht. dann sehen wir das mal so: du hast 35 jahre lang die alte unterrichtet. zack nun mußt du was völlig anderes beiringen, was du sonst rot angestrichen hättest. ach kinderkram .... die paar änderungen lernt man in der großen pause....
oder noch nen anderes problem: was machst du, wenn in einer klasse nur 3 kinder sind die deutsch können? is kein witz. ach - lehrer ham ja nix zu tun - da lernt man übers wochenende mal fix russisch und türkisch. kinderkram.
wie gut, dass nur lehrer auf erfahrung zurückgreifen können. in anderen jobs muss man ja täglich on vorne anfangen. als busfahrer, bäcker, verkäufer, makler, anwalt usw.
Hallo,
zum Thema Lehrerarbeitszeit gab es in der ZEIT einen IMHO sehr interessanten Artikel: http://zeus.zeit.de/text/2003/06/B-Lehrerarbeitszeit.
Viele Grüße
spk
-Sensemann-
10.05.03, 15:07
@ Flightbase, schöner Geschichte :) , leider entspricht sie der Wahrheit.
Manche Lehrer landen mit 40-45 schon in der Psychotherapie. Andere sterben mit 50-60 einen Herzinfarkt.
Auch wenn es so aussieht, Lehrer sein ist nicht einfach und von diesen entlos langen Ferien sitzen sie zum teil 50% daran eure/unsere Arbeiten zu KOrriegiren. (zb Osterferien). Bei uns war das meistens so :(
Naja, ich kenn ein Paar Lehrer (Verwandt über zig ecken) und wie gesagt wenn sie mir von Ihrem Tag erzählen dann wandern sie in Gedanken zwischen Himmel und Hölle.
Man muss von Anfang an zeigen das man eine Authirität ist und das die Kinder/Jugendlichen das auch begreifen. Ansonsten kann man sich schon einen Psychologen holen.
dragon's might
10.05.03, 15:11
Also unsere Lehrer machen einfach schlechten Unterricht!
Einer erzählt eine halbe Stunde aus seinem Privatleben, der andere geht bald in Rente und gibt sich nicht die geringste Mühe, wieder einer glaubt innovativen Unterricht zu machen und gibt uns Arbeitsblätter von höchstens 1993 (EU: "Geplant ist eine Währungsgemeinschaft" ):rolleyes:, die andere kommt schon entnervt rein etc...
Bei dem Kollegium will ich kein Lehrer werden!
@ Flightbase
Ja was glaubst Du denn, wie es in anderen Berufen zugeht? Meine Tante bspw. arbeitet im Steuerbüro, und da ändern sich die Gegebenheiten jedes Jahr, und das ist da ganz normal, wenn sich dann einma im Lehrerleben die Rechtschreibung ändert, dann geht die Welt echt noch nicht unter. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. In normalen Berufen, ist man jeden Tag Änderungen unterworfen, das gehört eben dazu, wenn man einen Beruf ausüben möchte. Man kann sich doch nicht hinstellen, und sagen "Das war immer so, und das belibt jetzt auch so, und Änderungen sind mir zu umständlich."
fs111
Ich hab jetzt nicht den ganzen Thread gelesen, aber ich wollte mal fragen, wer von denjenigen, die sich hier über die faulen Lehrer mit der vielen Freizeit beklagen, Lehrer privat kennen und sich schon persönlich ein Bild davon machen konnten.
Meine Eltern sind beide Lehrer und sitzen teilweise nächtelang am Schreibtisch. Da gibts es keinen Feierabend. Mein Lebenlang war bei Familienurlauben grundsätzlich ein Stapel Klassenarbeiten zum Korrigieren mit an Bord.
Es stimmt schon, dass einige Lehrer zweifellos ihren Beruf verfehlt haben. Aber bitte haltet euch mit Pauschalisierungen ein bisschen zurück!
Ich kenne einen Lehrer ganz gut, und der sagt sogar offen, dass er den Beruf nur wegen der vielen Ferien macht. Der Fährt auch dreisterweise immer weg, also kann es ihm ja wohl nicht so schlecht dabei ergehen. Und ich glaube, dass es da bestimmt noch mehr von der Sorte gibt.
fs111
Original geschrieben von fs111
Ich kenne einen Lehrer ganz gut, und der sagt sogar offen, dass er den Beruf nur wegen der vielen Ferien macht. Der Fährt auch dreisterweise immer weg, also kann es ihm ja wohl nicht so schlecht dabei ergehen. Und ich glaube, dass es da bestimmt noch mehr von der Sorte gibt.
fs111
Dein Bekannter unterrichtet nicht zufällig Mathe und Sport in der Unterstufe? Auf jeden Fall nicht Deutsch oder Englisch... ;)
Hallo,
ein wirdlich sehr interessanter Thread....
Ich würde folgende Schlüsse ziehen:
1. Lehrer haben eine falsche Ausbildung und werden in ihrer sozialen Funktion sehr häufig alleine
gelassen.
2. Lehrer zu verbeamten war der größte Fehler den man begehen konnte, damit hatte man sich in den 70/80er
die Lohnnebenkosten für Angstellte einfach gespart und die Kosten auf die zukünftigen Generation verlagert.
3. Arbeitszeit, die eine Stunden mehr arbeiten und dann so jammern, kann ich nicht verstehen, wir haben halt ne schlechte wirtschaftliche Situation und jeder sollte Opfern bringen. Es gibt viele Berufe die arbeiten 50 und mehr Stunden in der Wochen, arbeiten am Wochende, haben höchtsten mal drei Wochen Urlaub am Stück.
Grüße
jonn
PS: arbeite auch in einem sozialen Beruf, ich bin im öffentlichen Dienst (ich weiss also wie schlecht die Bezahlung ist), schätze aber zur Zeit den sicheren Job.
Original geschrieben von JONN68
Hallo,
ein wirdlich sehr interessanter Thread....
Ich würde folgende Schlüsse ziehen:
1. Lehrer haben eine falsche Ausbildung und werden in ihrer sozialen Funktion sehr häufig alleine
gelassen.
Das ist sicher richtig die Ausbildung müsste viel mehr auch in richtig sozial gehen. Es gibt ja das Studium Sozialpädagogik, das ist aber fürh Lehrer von Sonder und Behindertenschulen. So ein Fach müsste es auch in großem Umfang für die "normalen" Lehrer geben!
2. Lehrer zu verbeamten war der größte Fehler den man begehen konnte, damit hatte man sich in den 70/80er
die Lohnnebenkosten für Angstellte einfach gespart und die Kosten auf die zukünftigen Generation verlagert.
Das sehe ich nicht so!
1. Sind die Beamten die billigste Lösung für Land und Volk! Heide Simonis (Ministerpräsidentin Schleswig-Holstein) hat ja mal versucht Lehrer als Angestellte einzustellen, hat dies aber bald wieder rückgängig gemacht, weil es einfach viel zu viel Kosten verursacht!
Wenn du Lehrer als Angestellte einstellst muss das Land Kranken, Renten und alle anderen Versicherungen anteilweise bezahlen! Gleichzeitig müsste man das Gehalt erhöhen, damit die Lehrer ihren Anteil der Versicherungen auch tragen könnten! Ausserdem sind Lehrer (mit Blick auf ihre Ausbildung), wie die meisten Beamten, zu 99% unterbezahlt. Wenn sie nur noch angestellte wären würde/müsste sich das ändern!
Ein ganz wichtiger Punkt ist auch: Wenn man Lehrer nur noch als Angestellte einstellt, würden sie plötzlich, über kurz oder lang, eine Gewerkschaft haben! Das würde bedeuten, mal kurz Urlaubs-, Weihnachtsgeld streichen ging nicht mehr so einfach oder eine Gehaltserhöhung gerade mal von 0,x Prozent! Es würde sicher auch zu Streiks kommen! Sicher für so manchen Schüler ein nettes Bild, das wäre auf dauer aber für unser Schulsystem sehr schädlich!
3. Arbeitszeit, die eine Stunden mehr arbeiten und dann so jammern, kann ich nicht verstehen, wir haben halt ne schlechte wirtschaftliche Situation und jeder sollte Opfern bringen. Es gibt viele Berufe die arbeiten 50 und mehr Stunden in der Wochen, arbeiten am Wochende, haben höchtsten mal drei Wochen Urlaub am Stück.
Nur das du dir das in der Industrie als Überstunden angerechnet wird und du diese abfeiern oder ausbezahlen lassen kannst. Und für Wochenende-, Nachtarbeit gibt es entsprechende Zuschläge. Wenn Lehrer am Wochenende und Nachts Arbeiten korrigieren bekommen sie keinen Cent!
PS: Ich hätte nie gedacht, daß ich Lehrer so verteidigen würde!
Bei dem was hier manche aber erzählen kann man nicht ruhig bleiben!
Hi,
ich hatte zu meiner Schulzeit ein paar gute Lehrer, das ausnahmslos die, die sich in erster Linie für ihr Fach interessiert haben und nicht diejenigen, die ihren Beruf als "Tätigkeit mit Kindern" definieren. Wer sich für das Fach, das er unterrichtet mit Herz und Seele interessiert, der wird es leichter haben, auch die Schüler für das Fach zu interessieren. Vielleicht sollte man das bei der Wahl des Berufs oder der Fächerkombination berücksichtigen.
Davon ab bin ich mal wieder höchst fasziniert von der gesellschaftlichen und politischen Logik. PISA ist ja nun lang und breit von allen Politikern bemüht worden. ( Natürlich hauptsächlich dazu, die jeweilige gegnerische Partei mit Schuldvorwürfen zu bedecken). Die Konsequenz die gezogen zu werden scheint ist jedoch, den Lehrern ein größeres Pensum aufzubürden (warum auch neue einstellen?), außerschulische Aktivitäten wie Klassenfahrten usw zu sanktionieren - wenn man dem ausführlichen Beitrag oben glauben darf. Das greift dann über, indem Jugendzentren geschlossen werden - ist bei uns so, Schwimmbäder in den Ferien nicht geöffnet werden. In meiner Gegend wurden zudem auch noch einige Spielplätze eingestampft.
Da stellt man sich die Frage: Was sollen Jugendliche oder Kinder eigentlich machen, wenn die Schule aus ist. Da wäre eine Zeit bis zum Abendbrot zu überbrücken - vielleicht ein Buch aus der städtischen Bücherei, oh, ups, die ist ja auch nur noch an zwei Tagen offen und die Bücher sind ziemlich angegammelt.
Schade finde ich nur, dass die Lehrer die Schüler nicht in ihren Protest einbinden. Letztendlich leiden - wie im ersten Beitrag erwähnt, durch "Dienst nach Vorschrift" hauptsächlich die Schüler, die nun sehen, dass die AGs, Freizeitaktivitäten, die die Schule einmal angeboten hat, wegfallen. Eigentlich ist sowas ein Unding, denn nicht zuletzt das "außerschulische Angebot" der konkreten Schule gibt oftmals den Ausschlag für die Wahl der Schule.
Bis dann,
Burger
Original geschrieben von Strider
Dein Bekannter unterrichtet nicht zufällig Mathe und Sport in der Unterstufe? Auf jeden Fall nicht Deutsch oder Englisch... ;)
Letzteres unterrichtet er. q.e.d
fs111
Da es gerade zum Thema paßt:
Was haltet ihr von Ganztagsschulen?
Können sie das Pisaproblem lösen?
Hier gibt's eine Umfrage dazu:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID1794036_NAVSPM2~1793850~1794054_REF1,00. html
Ich bin übrigens gegen Ganztagsschulen.
Die lösen IMHO nämlich gar nichts und sorgen
zudem auch noch für eine Stärkung der
Konflikte zwischen Schülern, das da viele Schüler dann
erst recht auf der Strecke bleiben sollte offentsichtlich sein.
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