Commodore
17.01.03, 07:06
Hallo Leute!
Diesen Artikel hab ich in der Sueddeutschen Zeitung entdeckt:
Windows
Microsoft lässt sich in den Quellcode schauen
Seit sie sich für Linux interessieren, werden Regierungen und Behörden in Redmond besonders intensiv betreut. Jetzt sollen sie sogar Einblick in den Bauplan von Windows erhalten.
(suhe) – Microsoft will sein bislang best gehütetes Geheimnis offenlegen: Den Quellcode des Betriebssystems Windows. Nur mit dessen Kenntnis ist es möglich, das Betriebssystem abzuändern und eigenen Bedürfnissen anzupassen. Rund 60 nationale Regierungen und Behörden werden dieses Privileg, sofern sie es überhaupt wollen, im Rahmen des so genannten Government Security Programs erhalten. Kuba und Irak ausgenommen.
Wie der Name bereits sagt, soll das Government Security Program dazu beitragen, die Sicherheit bei der Arbeit mit Produkten von Microsoft zu erhöhen. Im Einzelfall sind entsprechende Regierungs- und Behördenvertreter sogar zu individuellen Schulungen nach Redmond eingeladen.
Mit einer Veröffentlichung des Windows-Quellcodes wären theoretisch aber auch Konkurrenzfirmen von Microsoft in der Lage, ihre Software dem dominierenden Betriebssystem optimal anzupassen. Anbieter, die den Quellcode ihrer Software zur Verfügung stellen, gibt es bereits. Aus einem einfachen Grund: Wenn weltweit möglichst viele kreative Programmierer ihr Know-how einbringen, lässt sich die Qualität eines Produktes maßgeblich erhöhen.
Auf diese Weise entstanden zum Beispiel sehr gute Unix-Abwandlungen wie Linux, das immer noch weiterentwickelt wird. Seit Frühjahr 1998 stellte auch Netscape den Quellcode des Communicators öffentlich zugänglich ins Internet. Heraus kam die Version 6 des Netscape Navigators.
In den Bauplan der Betriebssysteme von Microsoft hingegen durften bislang nur die Nato und die russische Regierung gucken. Dieser elitäre Kreis soll nun auf 60 weitere nationale Regierungsstellen ausgedehnt werden. Die Öffentlichkeit und damit auch die Konkurrenz bleiben weiter außen vor.
Dabei wird Microsoft schon seit geraumer Zeit zur Offenlegung des Windows-Quellcodes gedrängt. Im Antitrust-Verfahren war dies eine der wichtigsten Forderungen. Tatsächlich werden seit August vergangenen Jahres auch Teile der Windows-Interna veröffentlicht. Allerdings nur Schnittstellen und Kommunikationsprotokolle, die die Zusammenarbeit von Servern der Konkurrenz mit Windows-PCs ermöglichen.
Insofern kommt die Ankündigung, Microsoft wolle den kompletten Quellcode der Betriebssysteme Windows 2000, Windows XP und Windows Server 2003 zugänglich machen, überraschend. Selbst der gerichtlichen Forderung im Anti-Trust-Verfahren hatte Bill Gates noch entgegengesetzt, der Windows-Quellcode sei ein nicht lüftbares Geschäftsgeheimnis der Firma Microsoft.
Neugierige, aber nicht zugangsberechtigte Interessenten und Konkurrenten will man sich bei der Zusammenarbeit mit den Regierungspartnern mit aufwändigen Sicherheitstechnologien vom Leib halten. Zu diesen Methoden zählen beispielsweise der Online-Zugriff via Smartcard und SSL-Verschlüsselung, sagt Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner. Und wer am Government Security Program teilnimmt, bekommt nicht etwa den Quellcode per E-Mail zugeschickt, sondern nennt eine vertrauenswürdige Person, die einen Zugriff auf die Server von Microsoft bekommt. Außerdem würde der Quellcode nicht in einem linearen Listing abrufbereit auf den Servern liegen, sondern einzeln verpackt in Funktionen und Module, die nur Bildschirmseite für Bildschirmseite über eine Art Lupe abrufbar seien. Insofern hat man bei Microsoft keinerlei Bedenken, was einen möglichen Datenklau angeht.
Das Government Security Program ist auch nicht die erste Ankündigung ihrer Art. Als vor mehr als einem Jahr im Deutschen Bundestag erwogen wurde, die ältere Windows-Version NT nicht durch die Neuauflage XP, sondern durch das Linux-System zu ersetzen, war Microsoft Deutschland auch ganz schnell mit einer Reaktion zur Stelle.
Der damalige Geschäftsführer Kurt Sibold kündigte schon seinerzeit an, für die Abgeordneten eine Ausnahme zu machen und den Quellcode des Betriebssystems offenzulegen. Damit wollte das Unternehmen auf die Diskussion um angeblich versteckte Funktionen in dem Betriebssystem reagieren und „viele unbegründete Spekulationen“ beenden. Diese Gespräche tragen jetzt offenbar ihre Früchte.
Da legst di nieder. Dem Bill scheint in seinem Redmonder Firmenimperium der Arsch auf Grundeis zu gehen. Jahrelang belächelte man Linux, traute dem Open Source keine Zukunft zu, ja man hat Linux schlichtweg belächelt und nie ernst genommen. Ob er mit der Offenlegung seines Quellcodes verloren geglaubte Kunden ( ausgewählte ) beeindrucken kann und vor allem zurückgewinnt ist mehr als fraglich. Was meint Ihr zu dem Artikel aus der SZ?
Diesen Artikel hab ich in der Sueddeutschen Zeitung entdeckt:
Windows
Microsoft lässt sich in den Quellcode schauen
Seit sie sich für Linux interessieren, werden Regierungen und Behörden in Redmond besonders intensiv betreut. Jetzt sollen sie sogar Einblick in den Bauplan von Windows erhalten.
(suhe) – Microsoft will sein bislang best gehütetes Geheimnis offenlegen: Den Quellcode des Betriebssystems Windows. Nur mit dessen Kenntnis ist es möglich, das Betriebssystem abzuändern und eigenen Bedürfnissen anzupassen. Rund 60 nationale Regierungen und Behörden werden dieses Privileg, sofern sie es überhaupt wollen, im Rahmen des so genannten Government Security Programs erhalten. Kuba und Irak ausgenommen.
Wie der Name bereits sagt, soll das Government Security Program dazu beitragen, die Sicherheit bei der Arbeit mit Produkten von Microsoft zu erhöhen. Im Einzelfall sind entsprechende Regierungs- und Behördenvertreter sogar zu individuellen Schulungen nach Redmond eingeladen.
Mit einer Veröffentlichung des Windows-Quellcodes wären theoretisch aber auch Konkurrenzfirmen von Microsoft in der Lage, ihre Software dem dominierenden Betriebssystem optimal anzupassen. Anbieter, die den Quellcode ihrer Software zur Verfügung stellen, gibt es bereits. Aus einem einfachen Grund: Wenn weltweit möglichst viele kreative Programmierer ihr Know-how einbringen, lässt sich die Qualität eines Produktes maßgeblich erhöhen.
Auf diese Weise entstanden zum Beispiel sehr gute Unix-Abwandlungen wie Linux, das immer noch weiterentwickelt wird. Seit Frühjahr 1998 stellte auch Netscape den Quellcode des Communicators öffentlich zugänglich ins Internet. Heraus kam die Version 6 des Netscape Navigators.
In den Bauplan der Betriebssysteme von Microsoft hingegen durften bislang nur die Nato und die russische Regierung gucken. Dieser elitäre Kreis soll nun auf 60 weitere nationale Regierungsstellen ausgedehnt werden. Die Öffentlichkeit und damit auch die Konkurrenz bleiben weiter außen vor.
Dabei wird Microsoft schon seit geraumer Zeit zur Offenlegung des Windows-Quellcodes gedrängt. Im Antitrust-Verfahren war dies eine der wichtigsten Forderungen. Tatsächlich werden seit August vergangenen Jahres auch Teile der Windows-Interna veröffentlicht. Allerdings nur Schnittstellen und Kommunikationsprotokolle, die die Zusammenarbeit von Servern der Konkurrenz mit Windows-PCs ermöglichen.
Insofern kommt die Ankündigung, Microsoft wolle den kompletten Quellcode der Betriebssysteme Windows 2000, Windows XP und Windows Server 2003 zugänglich machen, überraschend. Selbst der gerichtlichen Forderung im Anti-Trust-Verfahren hatte Bill Gates noch entgegengesetzt, der Windows-Quellcode sei ein nicht lüftbares Geschäftsgeheimnis der Firma Microsoft.
Neugierige, aber nicht zugangsberechtigte Interessenten und Konkurrenten will man sich bei der Zusammenarbeit mit den Regierungspartnern mit aufwändigen Sicherheitstechnologien vom Leib halten. Zu diesen Methoden zählen beispielsweise der Online-Zugriff via Smartcard und SSL-Verschlüsselung, sagt Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner. Und wer am Government Security Program teilnimmt, bekommt nicht etwa den Quellcode per E-Mail zugeschickt, sondern nennt eine vertrauenswürdige Person, die einen Zugriff auf die Server von Microsoft bekommt. Außerdem würde der Quellcode nicht in einem linearen Listing abrufbereit auf den Servern liegen, sondern einzeln verpackt in Funktionen und Module, die nur Bildschirmseite für Bildschirmseite über eine Art Lupe abrufbar seien. Insofern hat man bei Microsoft keinerlei Bedenken, was einen möglichen Datenklau angeht.
Das Government Security Program ist auch nicht die erste Ankündigung ihrer Art. Als vor mehr als einem Jahr im Deutschen Bundestag erwogen wurde, die ältere Windows-Version NT nicht durch die Neuauflage XP, sondern durch das Linux-System zu ersetzen, war Microsoft Deutschland auch ganz schnell mit einer Reaktion zur Stelle.
Der damalige Geschäftsführer Kurt Sibold kündigte schon seinerzeit an, für die Abgeordneten eine Ausnahme zu machen und den Quellcode des Betriebssystems offenzulegen. Damit wollte das Unternehmen auf die Diskussion um angeblich versteckte Funktionen in dem Betriebssystem reagieren und „viele unbegründete Spekulationen“ beenden. Diese Gespräche tragen jetzt offenbar ihre Früchte.
Da legst di nieder. Dem Bill scheint in seinem Redmonder Firmenimperium der Arsch auf Grundeis zu gehen. Jahrelang belächelte man Linux, traute dem Open Source keine Zukunft zu, ja man hat Linux schlichtweg belächelt und nie ernst genommen. Ob er mit der Offenlegung seines Quellcodes verloren geglaubte Kunden ( ausgewählte ) beeindrucken kann und vor allem zurückgewinnt ist mehr als fraglich. Was meint Ihr zu dem Artikel aus der SZ?