Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verständnisfragen zu XEN
Hallo ich habe ein ziemliches Virtualisierung-Wirrwar im Kopf. Mal abgesehen davon, dass ich die unzähligen Projekte ( Qemu, Virtualbox, KVM usw.) sowieso nicht in der Kürze erfasse, habe ich beschlossen mich mit XEN zu beschäftigen.
Ich plane die Virtualisierung einer größeren Applikation, bestehend aus drei einzelnen Servern und habe ein paar Fragen, vielleicht kann mir jemand helfen etwas Licht ins Dunkle zu bringen:
1. Es ist immer die Rede davon, dass Windows Guests unter XEN voll-virtualisiert laufen und somit die Performance recht langsam ist. Ich habe diesen (http://blogs.xensource.com/rogerk/wp-content/uploads/2007/03/hypervisor_performance_comparison_1_0_5_with_esx-data.pdf) Benchmark gefunden und da schneidet XEN mit Windows ziemlich gut ab. Ok hier geht es auch um das kommerzielle Produkt XenServer, aber die kochen doch auch nur mit Wasser, das lässt sich doch bestimmt auch mit der OpenSource Variante und dem entsprechenden KnowHow realisieren?
2. Wenn ich Windows mittels Qemu aus einem vmware Image installiere, habe ich dann einen Nachteil gegenüber der Neuinstallation per CD?
3. Wenn Windows nur voll-virtuallisiert läuft, dann verstehe ich irgendwie nicht warum ich eine Intel/AMD VT im Prozessor benötige. Irgendwie muss XEN doch daraus einen Vorteil ziehen können, immerhin ist diese Technik ja direkt auf dem Prozessor angebracht?
4. XenExpress scheint ja auf einer ganz normalen Linux Distri aufzubauen, hat aber Beschränkungen bzgl. Anzahl der VMs und max RAM, woher kommen diese Beschränkungen, sind diese in den Binäries eingebaut oder kann man einfach irgendwelche configs bearbeiten? Hat jemand damit Erfahrung?
Hi bp,
1. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass Windows auf XEN relativ langsam laeuft.
Jedenfalls kein Vergleich zu einem paravirtuallisiertem System (Gast extra Angepasst).
2. Seh ich keinen Nachteil
3. Deswegen brauchst du ja die Intel/AMD VT Technologie, damit Windows ueberhaupt laeuft. Paravirutalliserte Systeme laufen auch ohne. Leider gibt es momentan noch kein angepasstes Windows...
4. Keine Ahnung
Ich verwende hier zwei kommerzielle Produkte die auf XEN aufbauen.
- OracleVM: davon gibts leider keine kostenlose Version. Ausserdem gibts noch keine Windowsanpassungen d.h. momentan fuer Windowsvirtualisierung nicht zu empfehlen
- Virtual Iron: Davon gibts eine kostenlose 1-Server Variante. Schau dir die doch mal an. Ausserdem haben die Jungs Treiber fuer Windows Guests gebaut, die die Guests merklich auf Trab bringen.
ast
4. XenExpress scheint ja auf einer ganz normalen Linux Distri aufzubauen, hat aber Beschränkungen bzgl. Anzahl der VMs und max RAM, woher kommen diese Beschränkungen, sind diese in den Binäries eingebaut oder kann man einfach irgendwelche configs bearbeiten? Hat jemand damit Erfahrung?
Du würdest dich strafbar machen, somit ist es irrelevant wo die Beschränkungen herkommen.
mfg
cane
Vielen Dank für eure Antworten,
ich habe mir Virtual Iron angesehen, schaut eigentlich ganz gut aus, das Problem ist nur, dass ich hier eine ziemliche Power Maschine für mein Projekt zur Verfügung gestellt bekommen habe. 2 mal Xenon Quad Prozessoren + 12 GB RAM. Um das Ausnützen werde ich wohl nicht drum herumkommen, entweder ein kommerzielles Produkt anzuschaffen oder die OpenSource Variante einzusetzen.
Ich habe gelesen das es auch OpenSource Treiber für Windows Guests geben soll, die von Qemu abweichen, bringen die das was sie versprechen?
Das mit XenExpress vergessen wir mal, ich frage mich nur womit die so gute Performance erziehlen? Haben die auch spezielle Treiber gebaut oder bringen die Binäries den Speed oder ist die Konfiguration optimiert? Vielleicht kann man sich ja dort was abschauen, ich meine nur, um die Beschränkung das sich Windows nicht modifizieren lässt, kommen die doch auch nicht herum.
V.G.
bp
Ich plane die Virtualisierung einer größeren Applikation, bestehend aus drei einzelnen Servern
1) Vielleicht beschreibst Du erstmal was Du genau machen möchtest.
2) Benötigst Du professionellen Support, garantierte Reaktionszeiten bei Fehlern, ... ?
3) Sollen die VMs in einem SAN liegen oder auf lokaler Storage?
4) Besteht deine Umgebung aus einem einzigen Server mit Virtualisierungssoftware oder sind weidtere Knoten in Planung, wenn ja möchtest Du Maschinen im laufenden betrieb verschieben etc.
...
Aus diesen udn anderen Kriterien kann man ableiten was du einsetzen solltest - die Performance ist überall ähnlich und bei deiner entscheidung relativ unwichtig.
mfg
cane
zu 1.
also ich habe den Auftrag aus einem Produktiv System eine Testumgebung zu bauen, auf der dann auch die weitere Entwicklung stattfindet, d.h. die Entwicklung getestet werden kann.
Es geht um eine Applikation die im Wesentlichen aus einem Webserver IIS, einem Datenbankserver MS-SQL 2007 und einem Dokumenten Server (stellt div. Dateien zu Verfügung und generiert Dateien wie Word, Excel usw.) besteht.
Es kommen dann aber noch weitere Server hinzu, vermutlich ein Mailserver und eine Versionsverwaltung, vermutlich SVN, die unter Linux (debian) laufen sollen.
Alle Server, wenn sinnvoll, laufen in einer virtuellen Umgebung, als Host soll ein Debian zum Einstatz kommen.
zu 2.
bei diesem Testsystem ist kein professioneller Support gewünscht, Ausfallzeiten sind verkraftbar, die Administration und Wartung soll über mich laufen. Die Applikation sollte aber schon flüssig laufen, und die Leistung des Produktivsystems wiederspiegeln.
zu 3.
Für das Testsystem steht ein lokaler Speicher Raid 5 SATA (3Ware Controller) mit 8 Platten zur Verfügung.
zu 4.
im Moment ist nur ein Server geplant und weitere Knoten werden nicht zum Einsatz kommen, es sollte aber Möglich sein die Umgebung u.U. relativ einfach zu klonen, um z.B. Entwicklerteams vor Ort eine Umgebung zu installieren.
Es sollte auch denkbar sein, die Umgebung in ein produktiv System zu wandeln und dann auf besserer Hardware virtuell oder real laufen zu lassen. In diesem Szenario wird dann u.U. ein SAN Speicher eingesetzt.
Verschieben von laufenden Maschinen kommt wahrscheinlich nicht vor ist aber nice to have.
Wenn es ein Entwicklungssystem ist ein Tipp von mir:
Es ist sehr hilfreich wenn Du multiple Snapshots der Vms machen kannst, also beispielsweise vor jedem Update einen Snapshot.
mfg
cane
Virtual Iron bootet einen eigenen Hypervisor. Du brauchst also kein OS vorhher aufzusetzten. Mein Virtualisierungssys. ist ein HP DL380G5 mit 16GB RAM, 2 DC Xeon und SAN.
Als Gaeste setzte ich RedHat ES 4 une 5 ein, Unbreakable Linux 5 und Windows 2003 EE.
Bei der kommerziellen Variante von Virtual Iron bootet der Server ueber Netz von seinem Verwaltungsrechner (deswegen ist Gigabit bei der Verbindung ganz gut) Der boot dauert ca. 30 sek.
Wenn es ein Entwicklungssystem ist ein Tipp von mir:
Es ist sehr hilfreich wenn Du multiple Snapshots der Vms machen kannst, also beispielsweise vor jedem Update einen Snapshot.
mfg
cane
Kann XEN und/oder Virtual Iron Snapshots erstellen/verwalten? Ich kenne bisher nur VMware in den Varianten Server und ESX Server, das Teil finde ich schon nicht schlecht, ist aber für mein Vorhaben zu teuer.
Ich weiss ich bin spaet dran, hatte den Thread aus den Augen verloren. Ja, Virtual Iron kann auch snapshots machen und verwalten. Habe ich allerdings hier noch nicht verwendet, kann also keine Aussage dazu machen.
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