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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : utopie oder doch moeglich ?


marcdevil
11.02.02, 14:20
Kann die EU eigentlich gegen die Zwangsbuendelung von PCs und Windows klagen ?
Viel besser waere doch wenn auch Komplett-PC-Kaeufer das OS auswaehlen muessten.
Ein kompetenter Installateur muesste dann Win,Linux,*BSD,BeOS, usw anbieten, beraten und dann installieren koennen. Dann kaeme doch endlich mal der Kostenvorteil von Linux&Co zum tragen, denn Officejongloere, Grafiker und Surfer brauchen kein Windows.
Und einen grossartigen Zeitaufwand sehe ich da nicht.
Der Mann muss einfach ein paar Platten auf Vorrat haben, mit Win oder Linux drauf. Waerend der Kunde das Formular ausfuellt wird schnell Drucker,Alsa und X konfiguriert (anhand von vorgefertigten configsets bzw per zentralem interface), dann die gewuenschten Benutzer und der Inetzugang des Kunden (analog/isdn/dsl).

ist das realistisch ? vielleicht in 1-2 jahren ?

Jorge
11.02.02, 14:46
Original geschrieben von marcdevil
Kann die EU eigentlich gegen die Zwangsbuendelung von PCs und Windows klagen ?
Viel besser waere doch wenn auch Komplett-PC-Kaeufer das OS auswaehlen muessten.


Mich zwingt niemand einen Computer mit Windows zu kaufen. Warum? => Ich baue meine Rechner selbst :D

Einen weiteren Fehler hat Deine Aussführung aber dennoch: Die Anwender sollen nicht über das installierte/verwendete/angebotene OS ent scheiden müssen, sondern Sie müssen/sollten das dürfen. Das ist in meinen Augen ein kleiner, aber feiner Unterschied.
Für den grossteil der PC Anwender ist nunmal Windows das System der Wahl und somit braucht sich der Anwender nicht zu entscheiden. Es wäre jedoch gut wenn vom geneigten Kistenschieber die Option angeboten würde, und auch den Kundnen danach fragt, welches OS er nutzen möchte.

Linux ist gut und schön. Wir dürfen nicht vergessen, dass *nix ein Server High-End ... Betriebssystem ist und somit, was Linux angeht, auf dem Desktop in der Minderheit ist.

Die Kommerziellen Unices kommen vor allem in der Entwicklung/Forschung zum Einsatz und werden dort als Arbeitsmaschinen - daher auch der Begriff "Workstation" ;) - eingesetzt. D.h. der dortige Anwender setzt sich morgens an seine WS meldet sich an, startet seine Appilkation und arbeitet mit dieser.
Da werden keine Briefe geschrieben, Einladungskarten gestalltet oder was Euch auch sonst noch alles einfallen mag.

Linux hat mittlerweile einen nicht zu Unterschätzenden Stellenwert im Serverbereich (z.B. Internet), ist aber auf dem Desktop, so wie wir ihn uns vorstellen, so noch nicht einsetzbar.
Linux wird sich dann auf dem "Desktop" durchsetzen, wenn Firmen anfangen, mehr Unternehmens spezifische Anwendungen auf Linux zu Portieren -> siehe DeBeKa. So ist im gesamten Unternehmen eine Einheitliche Oberfläche mit den selben Programmen usw. gewährleistet. Kein Anwender nervt die Administratoren, weil er wieder im KDE Kontrollzentrum herumgespielt hat während seinem Büroschlaf, und sich so seine Oberfläche zersemmelt hat.

Ich denke Linux auf dem Desktop braucht noch eine ganze Weile. Wenn ich aber von Desktop spreche, meine ich den "kommerziellen" Einsatz in Firmen, Behörden usw. Auf dem privaten Desktop hat sich Linux schon lange durchgesetzt, da alle Welt gegen die Kommandozeile wettert. Das liegt aber nur daran, dass sie noch nie eine mächtige CLI erlebt haben und somit natürlich auch nicht Ihre Vorzüge - und Nachteile, die will ich garnicht verschweigen- kennen kennen und anwenden können (Bsp. ein Kernel ist schneller per menuconfig konfiguriert als über xconfig).

Aber ansonsten wäre Deine Idee da direct ein Geschäftsmodell... :D

Pingu
11.02.02, 15:14
Jorge muß ich hier voll zu stimmen. Aber eine kleine Anmerkung muß ich dem Hinzufügen. Wieso sollte die EU klagen. Ich bin als PC-Händler dazu berechtigt meinen Rechner mit dem OS auszuliefern mit dem ich es ausliefern möchte. Warum sollte mir das die EU per Gericht verbieten wollen. Ebenso hat Microsoft das Recht seine Software so zu verkaufen wie es möchte, solange es keinen unlauteren Wettbewerb betreibt. Eine OEM-Version ist kein unlauterer Wettbewerb. Das Aldi um die Ecke nunmal WinX zum Rechner anbietet, wer soll es ihm verbieten und warum? Du bist doch berechtigt Aldi ein Angebot zu unterbreiten, daß besser ist als das Medion Angebot von Rechner mit WinX. Wenn Du Dein Angebot gegenüber Aldi gut verkaufen kannst, wirst Du Deine Rechner mit Linux vorinstalliert bei Aldi finden.
Wobei ich der Meinung bin, bei den meisten hat Linux nix auf dem Desktop verloren. Wenn ich hier in der Firma mir ansehe wie manche 'Damen' schon mit Apple und Finder (Filemanager auf Apple Mac) oder Apple und Netscape überfordert sind, möchte ich denen hier keinen Linux-Rechner hinstellen. Wie Jorge schon schrieb, auch ich sehe Linux Rechner beim Endanwender nur im professionellen Einsatz, also auf Rechnern die einem bestimmten Zweck dienen, z.B. sehe ich schon einige Kassensysteme mit Linux am Markt (z.B. bei MediMax im Filialnetz im Einsatz), aber hier ist eher WinCE (z.B. bei Möbel Neubert in Hirschaid bei Bamberg) als WinXP ein Mitbewerber.

Gruß

-= Pingu =-

darkmoon.2xt.de
11.02.02, 15:27
Ich muss hier Jorge ebenfalls 100 % recht geben.
Dieses Szenario kommt mir aber auch bekannt vor: Im ersten Halbjahr 1995 waren die beiden Betriebssysteme die altbekannte DOS-/win311 kombi und eben OS/2 von IBM. Vobis hat seine Rechner sogar standardmäßig mit OS2 verkauft.

@Pingu:
Es tut mir eh in der Seele weh wie die Leute schon mit Windows überfordert sind. Manchmal denke ich, würde ein Computermäßiger Zeitsprung in unserer Welt um 10 - 12 Jahre zurück nicht schaden, denn damals mussten alle die einen PC kaufen noch ein Handbuch studieren und VERSTEHEN wie er funktioniert bevor man ihn benutzen konnte. Das ist das selbe wie bei windows heute, nur sind die Leute zu faul zu lernen und bleiben lieber dumm :(

zio
11.02.02, 21:04
Ihr seid aber mutig: in aller Öffentlichkeit in einem Linux-Forum eben diesem Linux die Tauglichkeit auf dem Desktop abzusprechen. Ich arbeite in einer Behörde und weiß, wie Recht ihr habt, aber passt auf, dass Euch die Hardcore-Linuxer nicht lynchen. :D

geronet
11.02.02, 21:22
@ zio:

Wir sind die Hardcore-Linuxer. :D

Jorge
11.02.02, 21:25
@geronet
Deine Antwort läst mich schmunzeln

Eine ausführliche Antwort gibt es morgen, bin jetzt zu müde... ;)

Jorge
12.02.02, 13:59
Original geschrieben von zio
Ihr seid aber mutig: in aller Öffentlichkeit in einem Linux-Forum eben diesem Linux die Tauglichkeit auf dem Desktop abzusprechen. Ich arbeite in einer Behörde und weiß, wie Recht ihr habt, aber passt auf, dass Euch die Hardcore-Linuxer nicht lynchen.

So hier die versprochene Antwort...

Das hat nix mit mutig zu tun, das ist die Realität! Ausserdem habe ich Linux nicht die Tauglichkeit auf dem Desktop abgesprochen, sonder sogar ausdrücklich dargelegt.
Es darf, ich sage es nochmals, nicht vom Standpunkt der privaten User ausgegangen werden! Ich vermute mal, dass hier im Forum sich die meisten Probleme im Privaten Umfeld abspielen und weniger bei Firmen, welche Linux einsetzen.

Warum hat sich Windows NT/2000/XP gegen Win9x durchgesetzt? Weil es auf breiter Basis in Firmen zum Einsatz kam/kommt wo es auf Stabilität ankommt und Privatleute jetzt so langsam die Nase voll haben von der Instabilität von Win 9x und das jetzt auch haben wollen (wobei MS ja doch nicht 100%ig auf die 9x Schiene verzichtet mit XP Home).
So wird es mit Linux auf dem Desktop auch geschehen, auf kurz oder lang, sprich Linux wird interessant wenn Firmenweit die selbe Oberfläche, Programme usw. zu Einsatz kommen sollen.

Nun ja, ich für meinen Teil bin mit der Kommandozeile zuhause zufrieden... :D

citizen428
13.02.02, 09:52
Hm, interessantes Thema.

Das große Problem daß ich dabei sehe ist aber daß Microsoft seinen OEM-Partnern verbietet ihre PC's mit anderen Betriebssystemen auszuliefern (Quelle (http://www.kuro5hin.org/story/2001/10/23/13219/110). Das würde bedeuten daß man freiwillig einen großen Teil des Marktes aufgibt und sich in eine Nische begibt. Das kann aber natürlich auch Vorteile haben.

citizen428

BTW: sollten die Informationen bezüglich MS OEM Politik falsch sein, bitte ich darum mich zu korrigieren!

JoelH
13.02.02, 10:07
@darkmoon.2xt.de
bei Vobis kann man noch immer wählen, ich hab meinen Rechner mit IBM PC DOS gekauft weil ich nicht bereit bin 300 EURO mehr zu zahlen was ich garnicht brauche

@marcdevil
Jeder kann doch selbst entscheiden was kauft , oder ? Naja und zur not kannst du Müll mein Verkäufer lassen, sprich die Verpackung, dann lass das OS doch auch dort.

@Jorge
NT/2000/XP hat sich nicht durchgesetzt, das kann man so nicht sagen. M$ war's zuviel zweigleisig zu entwickeln, was ja nun auch zugegebenermaßen Schwachsinn ist. Naja und die Buisnessschiene wirft eben mehr Kohle ab, dann wird die Homeschiene eingestampft. Kompatibilität ist da nicht so wichtig. Die Kidds kaufen trotzdem ihren Kram.

@Citizen428
Da muss erstmal jemand gegen klagen. Wenn die Verträge nicht sittenwidrig sind ist das kein Problem. So ist eben das Leben, wenn ich was billiger haben will muss auch einbusen in kauf nehmen.

citizen428
13.02.02, 12:10
Original geschrieben von JoelH
@Citizen428
Da muss erstmal jemand gegen klagen. Wenn die Verträge nicht sittenwidrig sind ist das kein Problem. So ist eben das Leben, wenn ich was billiger haben will muss auch einbusen in kauf nehmen.

Hab auch nie was anderes behauptet! Vor allem nachdem MS die OEM Versionen wirklich ziemlich "verschleudert". Wollte eigentlich nur auf die Problematik aufmerksam machen, die sich dadurch eventuell für einen Händler ergibt.

darkmoon.2xt.de
13.02.02, 12:47
@JoelH:
Cool, bei Vobis kann man immer noch wählen?
Das freut mich nur deshalb für die "schlauen" Kunden, weil PC-DOS ein wirklich gutes Betriebssystem ist (mein ich ernst, immer noch mein DOS-Liebling) und weil die Leute die noch ein Win98 daheimhaben es auch darauf aufsetzen können, wodurch es sogar stabiler wird da die Grundlage besser ist. Ziemlich schlaue Idee.

@M$-OEM-Politik:
Mann kann doch die OEM-Lizens ungeöffnet zurückbringen und bekommt dann den Gegenwert heisst es! Ich glaube aber nich dass jeder Händler das macht, obwohl er gesetzlich verpflichtet ist.
Hehe das ist das selbe wie bei Windows ME: Man kann WinME gleich zurückbringen, da es von Haus aus einen "schon bei der auslieferung vorhandenen Mangel hat", denn auf der Packung steht: "64 MB - besser mehr" aber über 512 MB bootet es erst gar nicht, und dadurch ist das rechtskräftig. (gelesen in der c't)

Pingu
13.02.02, 12:58
Hi darkmon,

aber ich hoffe du weißt wofür DOS steht!? Für Dirty Operating System. Da Bill es von einer Kandaischen Firma hatte, die es QDOS nannte, was für Quick'n'Dirty Operating System steht. Nur Bill hat ert später Disk Operating System draus gemacht.

-= Pingu =-

darkmoon.2xt.de
13.02.02, 15:44
PC DOS != M$ DOS !!!

PC DOS ist von IBM und fast so stabil wie Linux. Es hat eine dynamische Speicherverwaltung, ECHTES Multitasking und kann jederzeit Treiber ähnlich wie die Linux-Kernelmodule zur Laufzeit nachladen. Und es hat ausserdem nix mit dem M$-DOS zu tun, ist aber 100 % kompatibel.

Berthold
15.02.02, 19:50
Ich erinnere mich, dass seinerzeit vobis?? oder escom?? die pc's mal mit dem üblichen win 3.1 plus dr-dos ausgeliefert hatte. und ärger mit m$ bekam. bei dem nächsten rutsch wars dann wieder ms-dos.
übrigens - nur so ne frage von nem alten dos'er -
wieviel kostet denn eigentlich ibm's pc-dos?
Berthold

darkmoon.2xt.de
15.02.02, 22:08
gute frage, ich würde mal bei www.ebay.de vorbeischaun *G*